Reise Inspiration, Strand & Meer

Zehn Tage Urlaub auf Curaçao

Curaçao ist seit 2010 ein autonomer Landesteil des Königreichs der Niederlande, auf dem seit Jahrhunderten holländisch gesprochen wird und der deutsche Tourist problemlos mit den Sprachen Deutsch und Englisch durch den Urlaub kommt. Bekannt als einer der schönsten Tauchspots der Welt, kann in zehn Tagen neben der Unterwasserwelt noch viel mehr entdeckt werden.

Unterwasserparadies Curaçao (Christopher Böhm)
Unterwasserparadies Curaçao (Christopher Böhm)

Das 444 km² große Eiland präsentiert dem Wanderer eine vielseitige Fauna und Flora, die für den Menschen ungefährlich ist. Nach der Regenzeit, die sich von Oktober bis Anfang Februar erstreckt, ist die angenehmste Reisezeit und nebenbei bekommt man die Gelegenheit den karibischen Karneval oder den Königinnentag am 30. April live mitzuerleben. 80% der Taucher kennen Curaçao als artenreiches Unterwasserparadies, doch erst 20% der Tauchsportler haben den Geheimtipp der Karibik für sich entdeckt. Die Tagestemperatur beträgt das gesamte Jahr 30-32° und die Nachttemperaturen versprechen erholsamen Schlaf bei ca. 25°C.

1.-2.Tag

Tolle Aussichten auf  Curaçao (Christopher Böhm)
Tolle Aussichten auf Curaçao (Christopher Böhm)

Naturbelassene Strände aus weißen Korallen ohne Strandkomerz und Frittenbuden befinden sich im  Nordwesten der langezogenen Insel und bieten Entspannung pur. Erst einmal die Ruhepole erkunden bevor man sich in das lebhafte Treiben der Hauptstadt Willemstad vorwagt.

Captain Goodlife vom Familienstrand Santa Cruz bringt Urlauber für kleines Geld auch zu uneinsehbaren Buchten, die nur zu Wasser erreichbar sind, und holt sie zur vereinbarten Zeit zuverlässig ab. Motorisierter Wassersport ist eher an den Stränden entlang der Hauptstadt beheimatet und wer mal so richtig aufdrehen will, kann sich dort schnittige Jet-Ski mit moderner 4-Takt Technik stundenweise ausleihen.

Die wilde Seite Curaçaos (Christopher Böhm)
Die wilde Seite Curaçaos (Christopher Böhm)

Am zweiten Tag ist mehr Eigeninitiative gefragt. Jetzt geht es an die wilde, dem Wind zugewandte Seite der Karibikinsel. Bei Shete Boca gelangt man an die ungezähmte Felsküste eines Naturreservats, das einem den Atem verschlägt. Die Brandung donnert tosend an die bizarr zerklüfteten Felsen, die salzige Meerluft benetzt die Lippen und der Sonnenhut droht seine eigenen Ausflüge zu unternehmen, wenn man unachtsam ist. Die Wege sind mit Kies markiert und mit festem Schuhwerk gut begehbar und die Aussichtspunkte mit sicheren Holzplateaus ausgewiesen. Sonenschutzfaktor und Bekleidung sollten stimmen, denn in dieser unwirklichen Landschaft bietet kein Strauch Schatten. Selbstverständlich kann man alle Aussichtspunkte mit dem Leihwagen erreichen, doch der Reiz des Tagesausflugs liegt darin die Naturkraft der ungezügelten Gewalten 1:1 zu erleben.

3. Tag

Jetzt wagen wir uns in die sehenswerte Altstadt Curaçaos, die zu großen Teilen zum Welt Kulturerbe der UNESCO gehört. Die Königin-Emma-Brücke wird auch liebevoll „the old swinging lady“ genannt, da diese schwimmende Ponton Brücke die beiden Ortsteile Punda und Otrobanda für Fußgänger verbindet. Will ein Schiff in den dahinter liegenden Naturhafen einlaufen, wird die Holzkonstruktion einfach eingeklappt.

Karibisch Essen (Christopher Böhm)
Karibisch Essen (Christopher Böhm)

Schon einmal richtig karibisch gegessen? Ab zum „Plasa Bieu“, einer Markthalle, in der man als Tourist in die Töpfe der einheimischen Garküche sehen kann. Ziegengulasch (Kabritu Stoba) ist lecker und auch für europäische Mägen geeignet. Dazu isst man Reis mit Bohnen und Backbanane. Sollte man rund um den Markt dem „Iguana-Man“ unterkommen….einfach nicht beachten. Der findige Geschäftsmann setzt dem Touristen seine betäubten Leguane auf den Kopf um sich die Fotos bezahlen zu lassen. Leguane sehen wir an Tag 7 noch genug. Karibischen Rum kauft man am geschicktesten in der Columbus Straat in der El Ron Caribean Cocktail Bar wo man eine große Auswahl gepflegter Tropfen zur Probierauswahl führt. Bitte zuvor einen Fahrer für die anschließende Heimfahrt bestimmen, auch wenn auf Curaçao keine Promillegrenze festgelegt ist. Die Auswahl zwischen den exquisiten Sorten beansprucht Zeit.

4. Tag

Curaçao ist die Heimat unzähliger Vogelarten (Christopher Böhm)
Curaçao ist die Heimat unzähliger Vogelarten (Christopher Böhm)

Auch heute führt der Weg in die Stadt und nach einem Besuch von Dinah’s Herb Garden, der nicht nur für esoterische Kreuterhexen interessant ist, weil das über 3000m2 Gelände auch vielseitige Einblicke in frühere Wohnkultur bietet. Bisher kannten wir Basilikum nur als grünes Blattbeiwerk, das man beim Italiener auf Mozzarella an Essig und Öl kredenzen kann. Bei einer geführten Tour erfährt man weit mehr über die vielgestaltige Pflanze und es gibt sogar eine Sorte, die als Tee für „meditative Zwecke“ eingesetzt wird. Der angeschlossene Shop vereint eine breite Auswahl an hausgemachten Pflanzenprodukten, die in allen Lebensbereichen einsetzbar sind. Aloe ist keine Modepflanze, auch gut ausgebildete, niederländische Ärzte der Insel empfehlen Aloe an Stelle teurer Pillen.

Das Sea Aquarium ist Publikumsmagnet Nummer 1 und sollte nicht ausgelassen werden. Hier haben auch Nicht-Taucher die Chance, die unglaubliche Unterwasserwelt der Karibik hinter sicheren Glasscheiben zu bewundern. Das artgerechte Delfinbecken der modernen Institution erlaubt die cleveren Tiere genau zu beobachten und ein nahegelegenes Delfin-Therapiezentrum gibt seelenpflegebedürftigen Kindern mit Behinderung die Möglichkeit mit den Delphinen zu schwimmen. Wer jetzt noch nicht genug hat, macht einen Schlenker über den Mambo Beach und taucht in Curaçaos Nachtleben ab. Strandbars, Partystimmung und coole Drinks garantieren bei karibischen Rhythmen den maximalen Spaßfaktor.

5. Tag

Die kulinarischen Genüsse kommen auf Curaçao nicht zu kurz (Christopher Böhm)
Die kulinarischen Genüsse kommen auf Curaçao nicht zu kurz (Christopher Böhm)

Die Hato Caves befinden sich in der Nähe des heutigen Flughafens und waren früher oft Refugium entflohener Sklaven. Man muss bedenken, dass zu Zeiten der niederländischen Großgrundbesitzer der Sklavenmarkt florierte und die Insel Hauptumschlagsplatz für afrikanische Menschen war. Hier befindet sich ein weitläufiges Höhlensystem, das an seiner Außenseite Felszeichnungen der damals ursprünglichen Indianer 1500 v. Chr. aufweist. In der Höhle gibt es einen Punkt an dem man fotografieren darf. Nach der Höhle ab ins Cliff Rifort. Trendige Modeläden, wie man sie aus Europa kennt, mit Preisen, wie man sie aus der Heimat nicht kennt. Da findet sicher noch ein flippiges Shirt extra in die Einkaufstasche.

Shoppen macht hungrig, daher ab zu Hook’s Hut nach Piscaderabaai, einem Strandrestaurant, das für jeden Geldbeutel die richtige Lösung bietet. Angesichts der Dekoration glaubt man sich in die Zeit der Schatzinsel zurückversetzt und kann sich relaxt einem leichten Cocktail widmen.

Hook’s Hut Seabreeze:
4cl Vodka
8cl Crainberrysaft
4cl Grapefruitsaft
2cl Blue Curacao als Deckschicht
Das Getränk wird auf Eis mit Ananas und Orangenscheibe serviert, on top eine Cocktailkirsche.

6.-7. Tag

Ahoj, wir stechen in See! Pünktlich um 06:46 legt die Mermaid ab und nimmt Kurs auf die 25km entfernte Insel „Klein Curaçao“. Kapitän Cor steuert die Freizeitinsel jeden Mittwoch, Freitag und Sonntag an. Er hat seine Mannschaft darauf gedrillt, die Fahrgäste gut zu bewirten und verfügt als einziger Schiffsführer über schattige Hütten auf dem karg bewachsenem Eiland. Kilometerlange Sandstrände locken den Badegast, ein Eldorado für Muschelsucher und Schnorchler. Natürlich wird gegrillt dabei sind die Getränke frei wählbar. Glücklich und zufrieden laufen die Gäste mit Kapitän Cor vor Sonnenuntergang in Willemstad ein.

Der älteste Baum Curaçaos (Christopher Böhm)
Der älteste Baum Curaçaos (Christopher Böhm)

Nach dem Frühstück des 7. Tags ruft der Hofi Pastor Garten in Barber, der vor Jahrzehnten vom örtlichen Geistlichen rund um den ältesten Baum Curaçaos angelegt wurde. Zwei verschieden markierte Wege führen durch das weitläufige Gelände und der Parkbesucher gelangt auf seinem Pfad durch alle Curaçao typischen Vegetationsbereiche. Düster, schattige Bäume mit Luftwurzeln werden gefolgt von dornigen Büschen und riesigen Kakteen. Es handelt sich um einen Naturgarten, der bewusst ungepflegt gehalten wird, um dem Gast die authentische Flora präsentieren zu können.

In der Nähe des Parkausgangs befindet sich ein altes Frauenkloster, das vor kurzem von zwei deutschsprachigen Frauen renoviert wurde. Die gelernte Köchin dieses kulinarischen Geheimtipps spielt gekonnt mit karibischen Elementen und vereint sie geschickt mit den Ansprüchen an Optik und Geschmack, den der Gast mitbringt. Es ist sinnlos, dort spontan und hungrig anzutanzen, da die Frauen des Klosters ausschließlich mit Vorreservierung arbeiten. Ein Abend, der in perpetuam memoriam für den Gaumen des Curaçao Besuchers bleibt.

8. Tag

Auch Trekkingliebhaber kommen auf ihre Kosten (Christopher Böhm)
Auch Trekkingliebhaber kommen auf ihre Kosten (Christopher Böhm)

Natürlich kann man 10 Tage am Strand abhängen, doch das ist nicht das Ziel der Actionbeschreibung dieser Karibikperle. Im folgenden Beispiel kann der Trekking-Tourist seine Wünsche zur Tourlänge und zum Schwierigkeitsgrad selbst bestimmen. Per pedes, nur mit gutem Schuhwerk ausgerüstet, erfährt man mehr über das Eiland. Die erfahrene Trekkingspezialistin Maureen bietet kleinen Gruppen bis maximal 6 Personen die Gelegenheit, Orte zu erforschen, die längst in Vergessenheit geraten sind. Aufgegebene Siedlungen, kaum bekannte Strände, einstige Verstecke entflohener Sklaven. Die Tourleiterin wird von den Einheimischen liebevoll „Maui“ genannt. Sie passt sich dem Tempo an und führt Pflaster und Verband mit sich und checkt die Ausrüstung der Teilnehmer vor jeder Wanderung.

9. Tag

Farbliche Vielfalt auf dem Markt (Christopher Böhm)
Farbliche Vielfalt auf dem Markt (Christopher Böhm)

Zum Ende der Reise begeben wir uns nochmals in die Altstadt der Insel und besuchen einen Ort, der Vergangenheit und Gegenwart kaum plastischer erzählen kann als das Kura Hulanda. In einem verwahrlosten Arbeiterviertel mit Autowracks und baufälligen Häusern war einst der Sklavenmarkt beheimatet. Jakob Gelt Dekker, ein Holländer, verwandelte die öde Siedlung innerhalb weniger Jahre, ließ die alte Substanz zu neuem Glanz gelangen. Museum, Hotel, Kunsthandwerk und gehobene Gastronomie haben hier ein zu Hause gefunden. Mittwochs und freitags findet auf dem bewirtschafteten Hauptplatz ab 18:00 Jazzmusik statt.

Wenn man nun von Otrobanda über die Emma-Brücke in den Stadtteil Punda wechselt und immer links am Ufer entlang geht, gelangt man an den schwimmenden Markt. Venezolaner verkaufen vom Boot aus, was das kulinarische Herz begehrt. Frischer als dort kann der Fisch nicht sein und die zu Pyramiden aufgetürmten Früchte und Gewürzblätter glänzen in saftigen Farben. Weiter gerade aus befindet sich an der Seite des Hauptpostamtes ein unscheinbarer Eingang der keinem Touristen auffällt. Hier gibt es Sondermarken Curaçaos, die auf der Urlaubskarte besser wirkt als die gängigen Wertzeichen, die an den Schaltern ausgedruckt werden.

10. Tag

Das Abschiedsfoto (Christopher Böhm)
Das Abschiedsfoto (Christopher Böhm)

Fahrradläden, Hotels oder Fahrradclubs bieten akzeptable Drahtesel für 15-20 Euro pro Tag an, doch die Streckenwahl bedarf guter Planung. Nach über einer Woche Curaçao kann der Reisende sicher einschätzen, wie die Straßenlage des Eilands ist. Es empfiehlt sich ein Mountain-Bike zu wählen um damit an Orte zu gelangen, die jedem Mietwagenfahrer verschlossen bleiben. Eine Strecke führt ab dem Betonwerk in Brievengat über gelegentlich geteerte Abschnitte und ist nur für geübte Fahrer zu empfehlen. Sie führt zum Playa Kanoa. Ein Mobiltelefon und ausreichend Wasser sind unabdingbar.
Entlang den Windkraftanlagen gelangt man auf eine Sandpiste, auf der man wieder zurück an den Stadtrand kommt. Generell ist Curaçao nicht auf Radelfahrer eingestellt, denn die wenigsten Straßen haben einen befahrbaren Seitenstreifen, geschweige denn Bürgersteig. Professionell geführte Touren werden zum Beispiel von WanaBike Curaçao angeboten, bei denen gewährleistet ist, die Schätze der Insel zu finden, die oftmals im Verborgenen liegen.

Auf dem Flug nach Hause wird man zufrieden auf die ereignisreiche Urlaubszeit zurückblicken und feststellen, dass Curaçao die Insel „auf den zweiten Blick“ ist. Es gibt keine kilometerlangen Strände, keine Palmenwälder oder Ureinwohner in Baströcken, doch dafür bietet die karibische Insel für unternehmungslustige Urlauber einsame Buchten, afro-karibische Kultur bei ganzjährig angenehmem Klima. Der Massentourismus ist bisher an Curaçao vorbeigegangen, dennoch ist die Infrastruktur bestens ausgebaut und das Wasser zum Beispiel ist aus der Leitung tadellos trinkbar.

Infos zu Unterkünften auf Curaçao findest du auf dongenaro.de.

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Christopher Boehm, Reiseexperte und Inhaber der Curacao-Appartements

In Chieming am Chiemsee geboren, einer touristisch geprägten Region Oberbayerns, habe ich mich schon früh mit dem Thema beschäftigt. Als Betreiber einer neugebauten Appartementanlage auf der Karibikinsel Curacao bleibt mir neben der Gästebetreuung genug Zeit, um mich dem Schreiben zu widmen.

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