Malte auf Weltreise, Reise Inspiration

Weltreise 29: Wieder zuhause in Deutschland – Fazit und Tipps

Wieder zuhause! 20 Stunden Flug (inkl. Stopover in London) brachten mich von Bangkok wieder nach Berlin. Nach fünf Monaten auf Weltreise ist es zwar ziemlich seltsam, wieder am Flughafen Tegel in Berlin anzukommen, aber dann auch wieder schön. Kaum zu glauben, dass das alles schon vorbei ist! Hier ist mein Reisefazit mit noch weiteren Tipps für alle Nachahmer! Und das ganze in FAQ-Form, also die Fragen, die mir am meisten gestellt werden. Falls Ihr noch weitere Fragen habt: Stellt sie in den Kommentaren, ich antworte gern!

Wieder da: Mein erster Morgen in Berlin (malte göbel)
Wieder da: Mein erster Morgen in Berlin (malte göbel)

Wo hat es dir am besten gefallen und warum?

Das 9/11-Memorial am Ground Zero in New York (malte göbel)
Das 9/11-Memorial am Ground Zero in New York (malte göbel)

Am besten vom Lebenswertgefühl waren für mich New York, Toronto, Honolulu und Hongkong. Dort würde ich sofort wieder hingehen, auch für länger, wenn mir das jemand finanzieren würde. New York entspricht einfach so sehr seinem Klischee als energiegeladene Weltmetropole, dem kann man nicht widerstehen – auch wenn es dort genau so laut, voll, stinkend und anstrengend ist, wie das Klischee sagt. Toronto fand ich sehr entspannt und kreativ, fast jeder meiner Bekannten dort spielt in einer Band, plant eine Ausstellung oder schreibt gerade einen Roman. Honolulu war anders als erwartet, viel weniger Surf, Strand und Hippieromantik, mehr ein Modell, wie die Welt in Zukunft aussehen wird: Verschiedene Ethnien leben dort friedlich miteinander, Neuankömmlinge werden dort nicht kritisch beäugt, sondern mit offenen Armen empfangen, weil jede Andersartigkeit als Bereicherung angesehen wird. Und Hongkong bietet eine Symbiose aus Metropole und Natur, dazu eine ähnlich kreativ-energiegeladene Atmosphäre wie New York. Und natürlich die eleganten zweistöckigen Trams.

Strand auf Hawaii (malte göbel)
Strand auf Hawaii (malte göbel)

Ansonsten hat mir allerdings Hanoi am besten gefallen – einfach, weil es im Vergleich zu meiner westeuropäischen Sozialisation am meisten anders war. Die Stadt ist eher ein Dorf, das sich auf mehrere Millionen Einwohner aufgeblasen hat, die Straßen sind aber immer noch eng, ein mopedverstopftes Gewirr, in dem noch dazu die Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Raum verschwimmen. Die Leute nutzen den Fußweg (falls vorhanden) als erweitertes Wohnzimmer, kochen und essen dort ganz selbstverständlich, wie sie auch ihr Geschirr auf der Straße waschen. Gleichzeitig reicht der öffentliche Raum der Straße weiter als in Deutschland, man fährt mit dem Moped über den Markt und parkt es nachts im Wohnzimmer.

Was hat dich überrascht auf deiner Reise?

Wahrscheinlich am meisten, wie sehr mir China gefallen hat. Ich habe das Land bisher eher kritisch gesehen, eine Mischung aus mir gleichfalls unsympathischem Beton-Sozialismus und Hyperkapitalismus gepaart mit dürftigen sozialen und hygienischen Standards. Vor Ort musste ich erleben, dass viele meiner Vorurteile stimmten, sich aber genau daraus eine superspannende Mischung ergibt: China entwickelt sich schnell, im Gegensatz zu Europa, das „angekommen“ scheint. Nur wohin, ist nicht ganz klar.

Hattest du Heimweh?

Na klar! Vor allem habe ich aber Vertrautheit vermisst: Dass ich weiss, wo ich vegetarisches Essen bekomme (oder überhaupt etwas zu essen), wie ich mich verhalten muss, mich einfach nicht immer neu zurechtfinden muss. Wie gut es tut, an einen Ort zurückzukehren, habe ich in New York und Hongkong gemerkt, wo ich jeweils zweimal war. Beim ersten Mal war es noch aufregend, beim zweiten Mal einfach schön, nicht alles von Null auf lernen zu müssen. Manchmal hat mir aber auch einfach das Internet Vertrautheit verschafft – fast überall konnte ich mich eine halbe Stunde auf Facebook zurückziehen.

Wikitravel
Wikitravel

War deine Reisevorbereitung ausreichend oder hast du noch ein paar Tipps?

Die Vorbereitung hat ausgereicht, ich bin problemlos von A nach B gekommen und habe mich überall zurechtgefunden. Beim nächsten Mal hätte ich mich vielleicht noch ein bisschen besser vorher eingelesen. Und natürlich habe ich noch ein paar Tipps. Eine super Website zum Reisen ist wikitravel, gerade zum Ende meiner Reise hin in Indochina habe ich mich vor allem dort mit Infos versorgt.

Wenn ich unterwegs bei Leuten übernachtet habe, hat sich zudem mein „Signature Meal“ als hilfreich erwiesen: Allen Gastgebern habe ich Käsespätzle gekocht, das geht selbst gemacht eigentlich ganz gut (Rezept: Für den Teig pro Person 100 Gramm Mehl, ein Ei, etwas Wasser, daraus die Pasta machen, dann gebratene Zwiebeln und Käse dazu). Beim nächsten Mal würde ich wohl ein Instrument zum Spätzlemachen mitnehmen, ich habe den Teig unterwegs durch unzählige Käsereiben und grobmaschige Siebe gedrückt. Nur in San Francisco hatten meine Gastgeber ein spezielles Spätzle-Sieb mit Schieber – das war Luxus pur! Jedenfalls haben sich alle über meine „German pasta“ gefreut, sogar die Veganer (Sojamehl statt Ei nehmen, Käse einfach weglassen).

Noch zwei Tipps: Mich haben Shampoo-Flaschen im Gepäck immer genervt, seit Honolulu hatte ich statt dessen eine Shampoo-Seife dabei, die ist kleiner und weniger „auslaufgefährlich“. Gibt’s im Bioladen oder Reformhaus. Und für den Fall der Fälle hatte ich seit Minneapolis eine RoadID am Arm – ein schmuckloses schwarzes Armband mit wichtigen Kontakten und der Möglichkeit, per Internet medizinische Unverträglichkeiten abzurufen (falls ich einen Unfall habe und nicht ansprechbar bin).

Die Große Mauer (malte göbel)
Die Große Mauer (malte göbel)

Gibt es ein Ziel wo du unbedingt nochmal hin bzw. niemals mehr hin willst? Wenn ja, warum?

Eigentlich will ich überall nochmal hin. Ich finde es toll, an Orte zurückzukehren, ausserdem habe ich so viele nette Leute kennen gelernt, die ich wieder besuchen möchte. Meine nächste große Reise wird auf jeden Fall wieder über China führen.

Was steht als nächstes bei dir an? Arbeiten?

Ja, erstmal wieder etwas Geld verdienen und meine durch diese Reise aufgebrauchten Reserven füllen. Und ich würde mir gern eine größere Wohnung leisten, mit Gästezimmer für all die Gegenbesucher, die in den nächsten Jahren kommen werden…

Wohin geht die nächste Reise?

Vermutlich Bayern :). Silvester zu einer guten Freundin nach Bamberg, dann zum Musikfestival „Queer Beats“ nach München. Ansonsten bin ich ganz froh, erstmal wieder in Berlin zu sein…

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Malte, Reiseexperte

Einmal um die Welt war für mich ein Traum. Dann habe ich einfach beschlossen, ihn in die Tat umzusetzen. Nun reise ich fünf Monate lang über Nordamerika, Australien und Asien um die Welt.
Für Abacho.de berichte ich regelmäßig von meiner Tour, erzähle aus dem Weltreisealltag und gebe Tipps für spannenderes Reisen.

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