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Weltreise 26, Hanoi, Vietnam: Motorbike City und Leben als Expat

Genug von China! Wobei, nicht genug natürlich, meine paar Stationen dort (Hongkong, Shanghai, Beijing, dazu Hangzhou und Shenzhen, über die ich hier aus Platzgründen nichts schreiben konnte) haben mir gezeigt, dass ich wohl auch meine komplette Weltreise in China hätte verbringen können, ohne dass mir langweilig geworden wäre. Trotzdem geht es nun nach Hanoi, was ja von Anfang an ein fester Zielpunkt in meiner Planung war, weil eine Freundin aus Sandkastentagen hier arbeitet.

Flüssigkeit per Moped transportieren? Kein Problem! (malte göbel)
Flüssigkeit per Moped transportieren? Kein Problem! (malte göbel)

Erst einmal bin ich ziemlich überwältigt. Hanoi hat zwar mehrere Millionen Einwohner, fühlt sich aber eher an wie ein aus den Nähten platzendes Dorf: enge Straßen, kaum Bürgersteige, alles voll mit Mopeds. Das Moped verkörpert die Lebenskultur dieser Stadt: Es ist klein und wendig, perfekt für die Gassen der Stadt, und erstaunlich belastungsfähig – bis zu vier Personen passen drauf, auch jede Menge Gepäck von Keramikvasen über Kohlebriketts hin zu vollen Eimern (siehe Bild). Schon mein Gastgeber in Hongkong, der Fotograf Markus Steffen, hatte mir von den Mopeds vorgeschwärmt. Er hat sogar einen Bildband darüber gemacht, der 2012 erscheinen soll.

Überleben im Verkehr von Hanoi

In China hatte ich das Überqueren der Straße für ein Abenteuer gehalten, aber gegen Hanoi ist das gar nichts. Denke ich zunächst, bis mir meine hiesige Freundin die Grundregel des vietnamesichen Straßenverkehrs erklärt. Die heißt: Weitergehen. Oder eben weiterfahren. Denn hier antizipieren die Leute die Bewegungen der anderen. Über die Straße kommt man als Fußgänger am besten, indem man einfach losläuft. Langsam, aber bestimmt über die Straße schreiten, abrupt stehenbleiben oder vorwärts springen verboten. Dann öffnet sich wie von Geisterhand ein Korridor im Strom der Motorbikes – geschafft!

Ähnlich auf dem Moped, wie mir meine Gastgeberin erläutert: Einfach fahren, nach hinten blicken ist unnötig, weil alle ihre Aufmerksamkeit nach Vorne richten und deswegen die eigenen Bewegungen mitkriegen oder mitverfolgen. Als ich schon ganz begeistert davon bin, wie gut das funktioniert, weist sie mich allerdings auch darauf hin, dass Vietnam das Land mit den weltweit meisten Verkehrsunfällen und Verkehrstoten sei. Ok, ich passe doch ein bisschen auf.

Das Leben als Expat

„Expat“ ist kurz für „Expatriate“, so nennen sich die Amerikaner, die im Ausland leben, oder einfach alle Westler in Asien. Hier in Vietnam sind es vor allem Amerikaner, die Englisch lehren oder in der Entwicklungshilfe arbeiten. Sie haben ihre eigenen Bars und Clubs, es mischt sich alles nur ein bisschen. Mit einer Englisch-Lehrerin, ihrem ebenfalls Englisch lehrenden Cousin und der Angestellten einer NGO verbringe ich den Sonntag. Wir treffen uns um 12.00 Uhr zum Mittagessen, dann gehen wir an den See und trinken Kaffee, dann gehen wir weiter an die nächste Bar am See und trinken Bier, dann geht es in einen Expat-Club, wo gerade eine Band aufbaut, dort trinken wir weiter. Danach gehen wir in ein Bier-Restaurant und essen dort. Ich beschwere mich ein bisschen und sage, he, macht ihr hier nichts anderes? Der eine Amerikaner sagt, naja, die Vietnamesen machten am Sonntag ja auch nichts anderes. „Für uns sieht jeder Sonntag so aus… Eigentlich sieht jeder Tag für uns so aus.“ Er lacht über seinen Witz, aber das hat sicher einen wahren Kern.

Denn die Westler können hier leben wie die Könige. Auch ein für uns durchschnittlicher Monatslohn ist hier ein Vielfaches des Normallohns von vielleicht 200 Dollar. So können die Westler relativ luxuriös leben und mehr Geld ausgeben – mit ein Grund, warum sich eine Parallelgesellschaft der Expats gebildet hat. Es gibt Bars und Clubs, die sich nur Weiße leisten können, sogar ein eigenes Theater. Manche leben hier jahrelang und lernen nie Vietnamesisch – man bleibt unter sich. Ein Fall für Thilo Sarrazin?

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Malte, Reiseexperte

Einmal um die Welt war für mich ein Traum. Dann habe ich einfach beschlossen, ihn in die Tat umzusetzen. Nun reise ich fünf Monate lang über Nordamerika, Australien und Asien um die Welt.
Für Abacho.de berichte ich regelmäßig von meiner Tour, erzähle aus dem Weltreisealltag und gebe Tipps für spannenderes Reisen.

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1 Comment

  1. MartinS sagt:

    Hey, das wird ja immer spannender!

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