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Weltreise 24, Shanghai, China: Magnetbahn, Hochhäuser und Kanäle

Shanghai, das Paris des Ostens, Chinas Mode-, Shopping- und Kommerzmetropole! Nach meiner Ankunft aus Hongkong (was ja die erste Asien-Station auf meiner Weltreise war) setze ich mich am Flughafen erstmal in die Magnetbahn. Diese beschleunigt auf 430 Kilometer pro Stunde, man zischt vorbei an Reisfeldern und Vorort-Hochhäusern, wow, das ist China!

Skyline von Shanghai-Pudong mit Frachter (malte göbel)
Skyline von Shanghai-Pudong mit Frachter (malte göbel)

Wobei man zugeben muss: Parallel läuft eine U-Bahn, die für die gleiche Strecke zwar ca. 15 Minuten mehr braucht, aber auch zehnmal so billig ist – mit der Magnetbahn fahren also vor allem Touristen, die Linie ist nur zu 20 Prozent ausgelastet. Die Magnetschwebebahn sollte ein Symbol für den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas sein, so schnell und so schick, symbolisiert aber gleichzeitig die Kehrseite davon: effektheischend und unnötig.

Der Bund – toller Blick auf Pudong

Shanghai von oben mit Jin Mao Tower und Bund (malte göbel)
Shanghai von oben mit Jin Mao Tower und Bund (malte göbel)

Im Alltag gibt sich Shanghai alle Mühe, einem nicht zu gefallen: Die Leute rempeln auf der Straße, im Verkehr gilt das Recht des Stärkeren, es ist laut und stickig. Doch man muss nur zum Bund gehen, der Uferpromenade, um das alles zu vergessen. Hier ist es zwar auch voll, aber der Blick auf den neuen Stadtteil Pudong (mit dem vierthöchsten Gebäude der Welt, dem Shanghai World Financial Center, das wegen seiner Form liebevoll „Flaschenöffner“ genannt wird, sowie dem ebenso lustigen wie markanten Jin-Mao-Turm) ist toll, und ab und zu fährt ein Containerschiff durch das Panorama. Später fahre ich auf den Flaschenöffner hinauf, leider mit durch Staub und Schmutz getrübtem Blick – das Gebäude ist mit 472 Metern vielleicht auch zu hoch.

Lustiges Detail zum „Flaschenöffner“-Charakter ist der ursprüngliche Plan, die Öffnung im Gebäude rund zu machen. Bis jemandem auffiel, dass so eine runde Struktur der japanischen Fahne ähnlich sehen würde. Es gab Proteste, und die Öffnung wurde eckig – zu pikant ist die Beziehung von China und Japan, die durch eine lange Geschichte der Rivalität verbunden sind: Im Zweiten Weltkrieg etwa hat Japan China zu großen Teilen besetzt und ausgeplündert. Pikant ist übrigens genauso, dass Taiwan, das von der Volksrepublik China als abtrünnige Provinz betrachtet wird, mit dem Taipei 101 ein Gebäude hat, das knapp 20 Meter höher ist. Direkt neben dem Shanghai World Financial Center wird also gerade ein noch höherer Wolkenkratzer gebaut.

Qibao – das Venedig von Shanghai

Der Kanal in Qibao (malte göbel)
Der Kanal in Qibao (malte göbel)

Doch Shanghai ist nicht überall so modern: Im Vorort Qibao etwa gibt es ein paar malerische Kanäle, weswegen es prompt gern als „Venedig von Shanghai“ bezeichnet wird – zwar ohne Gondeln, aber mit kleinen Booten, in denen man sich herumfahren lassen kann. Die Straßen von Qibao sind eng und voller Verkaufsstände: Touristen-Nippes, Haushaltsgegenstände, dazu Leckereien wie gebratene Küken oder zerstampfte Nüsse und Kuriositäten: Schlüsselanhänger mit lebenden Fischen drin. Zimperlich sind die Leute hier nicht gerade. Vielleicht ist das aber auch wieder symbolisch zu sehen: Während Chinas Führung das Land mit protzigen Hochhäusern und Schwebebahnen in die Zukunft powert, klammern sich die Leute an Nippes mit niedlichen Tieren.

Malte, Reiseexperte

Einmal um die Welt war für mich ein Traum. Dann habe ich einfach beschlossen, ihn in die Tat umzusetzen. Nun reise ich fünf Monate lang über Nordamerika, Australien und Asien um die Welt.
Für Abacho.de berichte ich regelmäßig von meiner Tour, erzähle aus dem Weltreisealltag und gebe Tipps für spannenderes Reisen.

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