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Weltreise 19, Los Angeles: American Dream auch ohne Auto

Los Angeles, das ist der American Dream: Hierher kommen Leute von überall, sie träumen von großen Karrieren in Film und Entertainment, kaufen sich ein eigenes Haus in den Suburbs – und fahren überallhin mit dem Auto. Wirklich überallhin? Ich mache im Rahmen meiner Weltreise den Gegentest: Ich komme mit der Bahn aus San Diego, erfahre dann in West Hollywood, dass die Leute hier eigentlich gern zu Fuß unterwegs sind und mache schließlich eine ausgedehnte Radtour durch Los Angeles. Geht doch!

Skyline von Los Angeles (malte göbel)
Skyline von Los Angeles (malte göbel)

Los Angeles fühlt sich ein bisschen an wie das erste Mal New York – so groß, so voll, so überwältigend, einfach so amerikanisch. Ich bin in einem Hotel (dem Ramada Plaza) auf dem Santa Monica Boulevard untergebracht, was technisch gar nicht Los Angeles ist, sondern die unabhängige Stadt West Hollywood. Ich verpasse den Eingang zum Hotel zunächst, weil er gleichzeitig die Einfahrt zur Garage ist (in die Lobby gelangt man eigentlich nur aus der Garage). Dafür ist das Zimmer ziemlich gemütlich. Später versuche ich mir den Standort des Hotels merken, indem ich mich an Starbucks zwei Läden weiter orientiere – aber reingefallen, hier ist alle zweihundert Meter ein Starbucks. Und so fühle ich mich trotz US-Großstadterfahrung wie ein Landei, das das erste Mal in der Stadt ist.

Wobei West Hollywood mit nicht mal 40.000 Einwohnern eine sehr kleine Stadt ist – gerade am Rand des Molochs Los Angeles mit vier Millionen (Metropolregion 13 Millionen). Früher war West Hollywood nur ein Streifen Land zwischen Los Angeles und den Bergen, den eigentlich niemand so richtig ernst nahm. Weil die Polizei von Los Angeles hier aber nicht zuständig war, kamen all die Unangepassten hierher zum Sunset Strip und Santa Monica Boulevard. In den 20er Jahren waren es Spielcasinos, später Sexclubs, Rock’n’Roll-Bars und in den 70er Jahren siedelten sich hier Schwule und russische Juden an – eine seltsame Mischung, ein Drittel schwul, ein Drittel Rock’n’Roll, ein Drittel Russen.

Zu Fuß im eigenen Kiez unterwegs

Mit diesen drei recht unterschiedlichen und recht konzentrierten Vierteln ist West Hollywood – obwohl es eine eigene Stadt ist – recht typisch für Los Angeles, wo zwar Leute aus überall in der Welt leben, aber alle in ihren eigenen Vierteln. Das hat den Vorteil, dass sie sich dort auch zu Fuß bewegen können und kein Auto brauchen – noch ein kurioser Nebeneffekt in der Auto-Stadt L.A., der ein bisschen an die nöligen Berliner erinnert, die auch nie aus ihrem Kiez herauskommen.

Ich schwinge mich aufs Rad: Auf einer ausgedehnten Los-Angeles-Radtour organisiert von Bikes And Hikes LA komme ich viel herum – in die ebenfalls unabhängige Stadt Beverly Hills und nach Bel Air, ich sehe die Villen von Hollywood-Stars von Außen, was doch recht surreal ist – aber auch Angelina Jolie wohnt(e) in einem normalen Haus, nur etwas größer eben, klar.

Rechts oben: Pacific Palisades! (malte göbel)
Rechts oben: Pacific Palisades! (malte göbel)

Die Radtour führt weiter zum Strand, leider sehe ich die Pacific Palisades, das „Weimar unter Palmen“, wo Thomas Mann und Lion Feuchtwanger im Exil lebten, nur von fern. Dafür ist hier der „Muscle Beach“, einer der Geburtsorte der modernen Fitness-Kultur, daneben die Hippie-Hochburg Venice Beach mit lustigen Angeboten wie „Botox on the Beach!“. Italienisch geht es weiter, gleich daneben liegt das von Kanälen durchzogene Klein-Venedig – sehr hübsch. Auf dem Rückweg ein Abstecher zu den Filmstudios von Culver City, das verdammt nach „Vom Winde verweht“ aussieht. Lohnt sich, so eine Radtour!

Abends besuche ich noch Freunde in Silver Lake, einem eher als Grunge und Punk beschriebenen Stadtteil. „Grunge“, fragt Jacek, „das war vor zehn Jahren vielleicht so“. Trotzdem gemütlich, das Intelligentsia Cafe an der Ecke von Santa Monica und Sunset Boulevard setze ich ganz oben auf meine Liste der Orte, die ich das nächste Mal besuchen werde – einfach zum Abhängen und Kaffeetrinken.

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Malte, Reiseexperte

Einmal um die Welt war für mich ein Traum. Dann habe ich einfach beschlossen, ihn in die Tat umzusetzen. Nun reise ich fünf Monate lang über Nordamerika, Australien und Asien um die Welt.
Für Abacho.de berichte ich regelmäßig von meiner Tour, erzähle aus dem Weltreisealltag und gebe Tipps für spannenderes Reisen.

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1 Comment

  1. Jacek sagt:

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