Malte auf Weltreise, Reise Inspiration

Weltreise 18, San Diego: Vielseitig und fast in Mexiko

Eigentlich wollte ich gar nicht nach San Diego – sondern von San Francisco nach Los Angeles und dann nach Hawaii. Doch weil ich hier für einen Radiobeitrag den ukrainisch-amerikanischen Dichter Ilya Kaminsky interviewe, mache ich auf meiner Weltreise einen Abstecher. Und: Es lohnt sich. Denn San Diego hat nicht nur lauter charmante Canyons, die die Stadt zerfurchen und überraschend neben der Straße auftauchen, sondern ist ziemlich vielseitig.

Manche mögen's heiss... (malte göbel)
Manche mögen's heiss... (malte göbel)

Denn erstmal haut mir San Diego mein eigenes Klischeebild um die Ohren, quasi. Ich hatte gedacht, klar, San Diego, das ist fast Mexiko, also ist die Stadt auch total mexikanisch. Hatte ich Leute mit Sombreros erwartet und überall Tacos und Nachos? Jedenfalls sehe ich davon erstmal nichts, San Diego scheint eine sehr amerikanische Stadt zu sein. Dieser Eindruck bestätigt sich bei der Tour durch die Stadt, die ich auf Anraten des Fremdenverkehrsamts mache: Alle halbe Stunde fährt ein Trolleybus die Sehenswürdigkeiten der Stadt ab, man kann an zwanzig Stationen aussteigen – und kommt an lauter Drehorten von amerikanischen Filmklassikern vorbei: Das Hotel aus „Manche mögen’s heiß“ liegt auf der Strandinsel Coronado, der Palast aus „Citizen Kane“ ist der Museumskomplex Balboa Park (mit 17 verschiedenen Museen!), und einige Drehorte aus „Top Gun“ sind hier: die Bar und die steile Straße, die Tom Cruise mit seinem Motorrad hinunterfährt.

„Top Gun“ ist vielleicht ein gutes Stichwort, denn bis in die 50er Jahre war San Diego vor allem eine Militärstadt. Noch heute spielen die amerikanischen Streitkräfte eine wichtige Rolle, auf der Fahrt mit dem Trolley-Bus fordert der Fahrer mehrere Male zu Beifallsbekundungen für „unsere Jungs“ auf. Man kann das Militärgelände auch besuchen, zudem liegt im Hafen der alte Flugzeugträger USS Midway – offen für Besichtigungen.

Rasante Entwicklung zur vielseitigen Metropole

San Diego, Old Town (malte göbel)
San Diego, Old Town (malte göbel)

Doch in den letzten Jahrzehnten hat San Diego eine rasante Entwicklung weg von der monothematischen Militärstadt gemacht: Es gibt viele Stadtteile, die auch für Auswärtige interessant sind – gleich downtown ist das Gaslamp Quarter, ein Kneipenviertel mit Sportbars, Boutiquen, Jazzclubs, Bierbars und Restaurants – hier gibt es mexikanisches Essen, aber auch Fischspezialitäten im Restaurant Searsucker (mit sehr leckerem Erdnuss-Eis mit Bananen und Schinken-Honig-Karamelsoße). Bekannt ist San Diego auch für seine vielen lokalen Biersorten, die aus Mikro-Brauereien stammen.

Kalifornische Geschichte und mexikanische Kultur gibt es dann doch: nämlich in der Old Town von San Diego. Denn dies war die erste Siedlung im heutigen US-Bundesstaat Kalifornien, 1769 wurde hier ein Militärposten und eine Mission eröffnet. Bis 1850 war San Diego Teil von Mexiko, dann wurde nach dem amerikanisch-mexikanischen Krieg Kalifornien als 31. Bundesstaat in die USA aufgenommen.

Die Old Town von San Diego hat Gebäude von damals konserviert und touristisch aufbearbeitet – und hier gibt es echtes mexikanisches Essen, das auch ziemlich gut sein kann. Im Café Coyote zum Beispiel backen zwei mexikanische Mamas an der Straße die Tortillas, ich esse zarte Quesadillas und rolle mir dann meine eigenen Tacos – lecker.

Der grüne Rasen von Balboa Park (malte göbel)
Der grüne Rasen von Balboa Park (malte göbel)

Die Kellnerin Tara beantwortet mir lauter Fragen über San Diego und klärt mich darüber auf, dass die Stadt doch viel mexikanischer ist, als ich zuerst dachte – nur dass die mexikanischen Viertel halt nicht auf den touristischen Wegen liegen, denen ich gerade folge. Im Barrio Logan, etwas südlich Downtown San Diego, gebe es unter der Brücke nach Coronado ziemlich schicke Murals (Wandmalereien).

Die habe ich vom Touristen-Trolley aus auch gesehen, aber mir fehlt die Zeit, nochmal dorthinzufahren. Das bedeutet: Wiederkommen, nochmal durch die hippen Quartiere Hillcrest und North Park streifen, den saftigen Rasen im Balboa Park beschreiten und die tolle Aussicht vom Dach meines Hotels genießen, des Inn At The Park. I’ll be back. Nun aber erstmal weiter nach Los Angeles!

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Malte, Reiseexperte

Einmal um die Welt war für mich ein Traum. Dann habe ich einfach beschlossen, ihn in die Tat umzusetzen. Nun reise ich fünf Monate lang über Nordamerika, Australien und Asien um die Welt.
Für Abacho.de berichte ich regelmäßig von meiner Tour, erzähle aus dem Weltreisealltag und gebe Tipps für spannenderes Reisen.

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1 Comment

  1. Jacek sagt:

    Das schoene an San Diego ist nun aber auch, dass es sich recht nah an Los Angeles und Tijuana schmiegt. Und damit sowohl einen Steinwurf vom „Entertainment“-Zentrum der Welt und einem Wochenendurlaub am Pazifik ist. Und damit wird San Diego auch zum Ort des Ruhestands fuer die buergerliche Mitte aus Los Angeles, die endlich mal Abstand von all dem Stress und Rummel der Grossstadt braucht. Und weil hier niemand Disneyland braucht, haben sie neben einem der schoensten Zoos der Welt auch gleich eins der bekanntesten Aquarien und eine schicke Uni um die Mischung ein wenig lebendig zu gestalten.

    Auch nicht zu verachten sind die Raketenstarts von der Army Basis noerdlich, die sich beobachten lassen. Wie zu besten Zeiten Cap Canaveral’s.

    San Diego, ich mag dich.

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