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Weltreise 17, San Francisco: Hippies, Wandmalereien und Kapuzenpulliwetter

Nach San Francisco sollte man am besten über die Golden Gate Bridge fahren, mit Blumen im Haar und nackt, das verdient diese legendäre Stadt einfach: Golden Gate Bridge, Hippies, Castro, Cable Cars, Twin Peaks, Chinatown, Folsom, die Musik- und Clubszene… ich nehme ganz unglamourös die BART-Train (Bay Area Rapid Transit) aus Oakland, in der sogar Essen und Trinken verboten ist. Angekommen in San Francisco wird mir allerdings schnell klar: Das hier ist eines der Highlights meiner Weltreise.

San Francisco von Dolores Park (malte göbel)
San Francisco von Dolores Park (malte göbel)

Ich komme bei meiner Freundin Margaret unter. Sie ist aus Kalifornien, hat aber auch schon in Florenz und München gelebt, von wo ich sie kenne. In ihrer Sechser-WG gibt es in der Waschküche ein Gäste-Hochbett, perfekt für mich, dazu ist die Wohnung in bester Lage im neuen hippen Stadtteil „Mission“!

Wandmalereien in der Mission (malte göbel)
Wandmalereien in der Mission (malte göbel)

Die Mission ist eigentlich eine Straße, gemeinsam mit der Parallelstraße Valencia ist sie die Hauptader der Gentrifizierung: Überall Coffee-Shops, Second-Hand-Läden und gerade öffnende Galerien, dazwischen gibt’s viel mexikanisches Essen – ursprünglich ist die Mission ein lateinamerikanisch geprägter Stadtteil, und bis vor etwa fünf Jahren war es noch eine sehr verrufene Gegend. Dann begann die Gentrifizierung…

Ich werde am ersten Abend zum Dolores Park geschickt, ein paar Querstraßen weiter. Super Sicht auf die Stadt, sagen meine Gastgeber, außerdem sehr hippes Publikum. Stimmt alles, ich bin sofort begeistert, das Panorama ist toll (siehe Bild oben), und gleich gibt es eine erste Lektion in Sachen Hippie-Kultur und Gelassenheit mit sonnenbadenden Nackten, öffentlichem Alkohol-Konsum und süßlichem Haschischduft. In New York wäre das undenkbar.

Hauswand in der Mission (malte göbel)
Hauswand in der Mission (malte göbel)

Auf dem Rückweg fotografiere ich einige Murals, also Wandmalereien, für die San Francisco bzw. die Mission ebenfalls bekannt ist.

Kapuzenpulliwetter

Tags darauf die nächste San-Francisco-Lektion: das Wetter. Die Sonne knallt vom Himmel, kein Wölkchen in Sichtweite, ich will mich in die Stadt aufmachen und werde von meinen Gastgebern aufgehalten: „Nimm lieber Pullover und Jacke mit“, sagen sie. Ich halte sie für Spaßvögel angesichts dieses super Sommerwetters, nehme aber zu ihrer Beruhigung eine Jacke mit. „Das reicht nicht“, sagen sie. Und sie behalten Recht.

Am Nachmittag beschließe ich spontan, an den Pazifik zu fahren, einmal mit der Straßenbahn über die Halbinsel, eine nette Fahrt. Nach vier Stationen sind die ersten Wolken am Himmel, zur Hälfte der Strecken ist es diesig wie in Berlin, und an der Endstation Ocean Beach wälzen sich Nebelschwaden durch die Straßen, ein feiner Sprühregen macht alles nass, und die Temperatur bewegt sich nur noch knapp im zweistelligen Celsius-Bereich: Kapuzenpulliwetter. Am Strand selbst vielleicht zwanzig Meter Sichtweite, im Wasser zeichnen sich schemenartig menschliche Gestalten ab – Surfen gehen die Leute also bei jedem Wetter, Neoprenanzug macht’s möglich.

Auf Facebook kommentiert meine Cousine aus Cupertino mit einem Zitat von Mark Twain: „The coldest winter I ever spent was a summer in San Francisco“ (zu deutsch: Den kältesten Winter den ich jemals erlebte, war ein Sommer in San Francisco). Das trifft es perfekt. Und macht diese Stadt nur noch reizvoller.

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San Francisco at its best

Ultimative Bootsfahrt entlang der Sehenswürdigkeiten San Franciscos.
Malte, Reiseexperte

Einmal um die Welt war für mich ein Traum. Dann habe ich einfach beschlossen, ihn in die Tat umzusetzen. Nun reise ich fünf Monate lang über Nordamerika, Australien und Asien um die Welt.
Für Abacho.de berichte ich regelmäßig von meiner Tour, erzähle aus dem Weltreisealltag und gebe Tipps für spannenderes Reisen.

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1 Comment

  1. Karla sagt:

    ach, das klingt wieder fast zu schön…reiselust macht sich breit.

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