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Weltreise 15, New York: Das Memorial am World Trade Center

New York, zehn Jahre nach dem Anschlag auf das World Trade Center. Ich war damals dabei und mache genau auch deswegen auf meiner Weltreise nochmal Zwischenstopp in New York, wo ich ja vor vier Wochen schon war (und mich auch damals schon an den 11. September 2001 zurückerinnerte). Nun habe ich am 11. September 2011 eine Blume an der Williamsburg Bridge ans Gitter geklemmt, von wo ich vor zehn Jahren das World Trade Center brennen und dann einstürzen sah. Und ich war in der neu eröffneten 9/11-Gedenkstätte am Ground Zero, „Reflecting Absence“, designed von Michael Arad.

Das 9/11-Memorial am Ground Zero (malte göbel)
Das 9/11-Memorial am Ground Zero (malte göbel)

Durch einen glücklichen Zufall hatte ich Karten für die 9/11-Gedenkstätte am Ground Zero bekommen (eine frühere Kollegin beim Leo-Baeck-Institut hatte welche vorbestellt und war dann aber verreist) – eigentlich sind die Tickets auf Monate ausgebucht. Denn im Augenblick werden nur ein paar Tausend Besucher pro Tag zugelassen, erst 2012 soll die Gedenkstätte ganz für die Öffentlichkeit geöffnet werden.

Der 10. Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon am 11. September 2001 ist nur wenige Tage her, deswegen gibt es noch strenge Sicherheitsvorkehrungen, bevor man an das Memorial gelassen wird. Mein Ticket wird fünf oder sechsmal kontrolliert, der Strichcode eingelesen, dann eine Sicherheitsschleuse wie am Flughafen. Überall Security, Polizei und Memorial-Angestellte, die einen an den geschäftigen Baustellen zum neuen World Trade Center vorbei zum Ground Zero lotsen.

Man hört das Denkmal dann, bevor man es sieht: ein Rauschen von Wasserfällen mischt sich in den Großstadt-Sound aus Verkehr, Klimaanlagen und Baulärm. Unter ein paar frisch gepflanzten Eichen hindurch, dann öffnet sich der Blick auf das 9/11-Memorial: Zwei Becken, die den Grundriss der beiden Türme abbilden (etwas kleiner), quasi die „Fußabdrücke“ des World Trade Centers. Wasser stürzt neun Meter in die Tiefe, unten ist eine Wasserfläche, in der in der Mitte noch ein tieferes Becken ist, das man nicht sieht. Um die Becken herum ziehen sich metallene Tafeln, in die die Namen der fast 3.000 Menschen eingraviert sind, die in den Terroranschlägen von 1993 und 2001 umgekommen sind.

Hier zur Verdeutlichung ein kurzes Video mit dem südlichen Becken und einem Blick auf das im Bau befindliche Hochhaus One World Trade Center, das noch höher werden soll als das alte WTC:

„Reflecting Absence“ hieß das Denkmal in der Entwurfsphase – der israelisch-amerikanische Architekt Michael Arad reflektiert die Abwesenheit der Türme und Menschen mit dem leeren Raum, der über dem Wasser entsteht, und nochmals mit dem noch tieferen Becken in der Mitte, in das das Wasser schließlich stürzt – dessen Grund vom Rand aus unsichtbar ist.

Es ist eine eigentümliche, besinnliche Stimmung, die von dem Denkmal ausgeht. Das liegt an seiner schieren Größe, aber vor allem am Tosen der Wasserfälle. Dieses überblendet die Geräuschkulisse der Großstadt, man hört nur noch das Wasser und wähnt sich an einem anderen Ort, nicht mehr in Downtown Manhattan – eine fast meditative Erfahrung: Es ist laut, aber man kommt trotzdem zur Ruhe. Beeindruckend.

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Malte, Reiseexperte

Einmal um die Welt war für mich ein Traum. Dann habe ich einfach beschlossen, ihn in die Tat umzusetzen. Nun reise ich fünf Monate lang über Nordamerika, Australien und Asien um die Welt.
Für Abacho.de berichte ich regelmäßig von meiner Tour, erzähle aus dem Weltreisealltag und gebe Tipps für spannenderes Reisen.

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3 Comments

  1. Martin S. sagt:

    So gut ist mir das Memorial noch nirgends nahe gebracht worden. Ein Klasse Posting mit prima Video! Danke.

  2. Jacek sagt:

    Auch visuell finde ich durchaus gelungen. Der Wasserfall verbildlicht das Kollabieren der beiden Tuerme inmitten des Rauchs und der Asche, die wie ein Geist noch stehen blieb, vergossene Traenen, und Opfer, welche zu Kleinsteilen zerfallen, im Abgrund verschwinden. Interessantes Denkmal.

  3. Charlotte sagt:

    Gänsehaut.

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