Am Tag nach dem Hurrikan “Irene” scheint in Vermont wieder die Sonne – der Sturm hat Zerstörungen angerichtet und vor allem zu Überschwemmungen geführt, aber das normale Leben setzt wieder ein, wo das möglich ist. Die Champlain Valley Fair hatte einen Tag ausgesetzt, wird nun aber fortgeführt: eine landwirtschaftliche Messe, Tier- und Leistungsschau mit Rummel und Unterhaltung wie Konzerten, Akrobatik- und Hypnoseshows. Echt was los hier also! Und eine gute Gelegenheit, auf meiner Weltreise das amerikanische Alltagsleben hautnah mitzuerleben.
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Die Champlain Valley Fair hält Attraktionen bereit, die man als Mitteleuropäer vor allem aus Fernsehserien wie den Simpsons kennt: unter anderem einen Kuchen-Back-Wettbewerb und die Prämierung des größten Riesenkürbisses. Letzere ist knapp hinter dem Eingang der Messe, wir wären fast dran vorbeigelaufen. Wären da nicht diese riesigen Kürbisse: Das Sieger-Exemplar reicht mir bis zur Hüfte und wirkt in dieser Größe total unecht, als sei es aus Wachs. Ein freundlicher Mann mit rundem Gesicht und einem T-Shirt mit der Aufschrift „Giant Pumpkins Vermont“ erklärt bereitwillig, wie man solche Kürbisse züchtet: Spezielle Sorten verwenden, dann vor allem viel Wasser geben.
Er schenkt mir auch ein paar Samen zum Anbau von Riesenkürbissen. Die sind etwas größer als normale Kürbiskerne, scheinen sonst aber ganz normal. Vielleicht mal ausprobieren? Der freundliche Kürbiszüchter schreibt mir noch ein paar Kontaktadressen in Deutschland auf, ich solle mich einfach melden. Züchter von Riesenkürbissen würden zwar als etwas verrückt gelten, sie seien in Wahrheit aber gesellig und hilfsbereit. Und der Anbau kein großes Geheimnis. Mehr Infos bei der European Giant Vegetable Grower’s Association(EGVGA).
Pie-Contest und Folkmusik
Wir gehen weiter: Die Champlain Valley Fair ist eine Mischung aus Jahrmarkt und Leistungsschau. Es gibt Karussells, Buden mit Essen und Trinken (sehr lecker die lokale Spezialität Ahornsirup-Eis), Sachen zu kaufen (u.a. T-Shirts mit der Aufschrift “Boobies make me smile” und aufblasbare Maschinengewehre in Stars&Stripes-Layout – so trashig, dass ich im Nachhinein schade finde, keines gekauft zu haben). Dazu werden Tiere gezeigt und prämiert, Rasenmäher vorgestellt, auch die US-Marines haben einen Infostand – ein buntes Programm.
Beim Pie-Contest, dem Kuchenbackwettbewerb, treffe ich auf Karen, die mich zwei Tage vorher auf dem Sommerfest mit ihrem selbstgemachten Limoncello versorgt hat. Sie hat einen Ahorn-Pekannuss-Kuchen eingereicht und guckt nun live dabei zu, wie dieser von den vier Preisrichtern begutachtet und probiert wird. Vor Aufregung hält sie sich eine Broschüre vors Gesicht, am Ende wird sie Zweite! Herzlichen Glückwunsch!
Im gleichen Raum hat Rik Palieri später noch ein Konzert, gemeinsam mit Rebecca Padula, die auch schon beim Sommerfest kaum ihre Gitarre aus der Hand legte. Sehr schön, und damit ihr mithören könnt, hier ein Ausschnitt aus dem Konzert:
(Video: Marianna Holzer)





















Ab in die Sonne -
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Wie wärs denn, wenn wir auch mal anfingen, Kürbiswettbewerbe zu starten und uns mit Kuchen zu beglücken. Klingt irgendwie einladender als Schützenfest, Biermeile und Bratwurstwettessen.