Malte auf Weltreise, Reise Inspiration

Weltreise 11, Ottawa: “Die Stadt, die der Spaß vergessen hat?”

“Ottawa? Das ist doch die Stadt, die der Spaß vergessen hat!” – die kanadische Hauptstadt hat in Toronto nicht gerade den besten Ruf: “The city that fun forgot,” sagt meine dortige Freundin Lex, “was willst Du denn da?” Naja, sage ich, eine Weltreise könne nicht nur Highlights haben, Ottawa habe sicher nicht die Mischung aus Rock’n'Roll, Hochkultur und Flair, wie sie Toronto oder Montréal bieten könnten. Und in diesen Tagen hat es die Stadt auch besonders schwer, den Gegenbeweis anzutreten. Vor Kurzem starb der Oppositionsführer Jack Layton an Krebs – ein über Parteigrenzen hinweg geachteter Politiker, dessen Tod deutlich auf die Stimmung in der Hauptstadt drückt.

Parlament in Ottawa mit Fahne auf Halbmast. (malte göbel)
Parlament in Ottawa mit Fahne auf Halbmast. (malte göbel)

Ottawa wurde 1857 von Königin Victoria zur Hauptstadt von Kanada bestimmt. Der Legende nach stach die Königin ihre Hutnadel einfach irgendwo zwischen den konkurrierenden Städten Toronto, Montréal und Kingston auf die Landkarte, und die nächste Stadt wurde dann einfach zur Hauptstadt bestimmt. Tatsächlich war die Wahl aber sehr strategisch, da Ottawa auf der englisch-französischen Sprachgrenze und zudem weiter von den USA entfernt liegt als etwa Toronto und Montréal – damals bestand immer die Gefahr, dass die USA sich die britische Kolonie Kanada auch noch einverleiben würde.

Ein bisschen Prenzlauer Berg, ein bisschen Bonn

Blick aus meinem Fenster: Hauswand (malte göbel)
Blick aus meinem Fenster: Hauswand (malte göbel)

Ich komme bei meiner alten Freundin Julie unter, die im hippen Stadtteil Glebe wohnt, etwa vergleichbar mit Prenzlauer Berg in Berlin: saubere Straßen, massenhaft Cafés und Baby-Boutiquen. Sie wohnt in einer süßen Wohnung im Erdgeschoss eines hundert Jahre alten Hauses, die Fenster zur Seite führen genau auf die Hauswand der Nachbarhäuser. Wir gehen in die Stadt, das Parlamentsgebäude steht eindrucksvoll malerisch auf dem größten Hügel Ottawas.

Am Abend gibt es Poutine, das Nationalgericht von Quebec (Ottawa liegt zwar knapp noch in Ontario, aber in Spuckweite von Quebec): Pommes mit Käse bestreut und dann mit Bratensoße übergossen – schon beim ersten Bissen fällt das Urteil eindeutig aus: Poutine ist so ungesund wie lecker! Sicherheitshalber sollte man sich die Portion teilen, denn Poutine liegt einem schwer im Magen. Was genau so auch für die zweite Spezialität der Region gilt: Beavertail, Biberschwanz, ein frittiertes Stück Teig mit Zimt und Äpfeln oder Schokocreme beschmiert.

Poutine, das Nationalgericht von Quebec (malte göbel)
Poutine, das Nationalgericht von Quebec (malte göbel)

Und so ist Ottawa wenigstens kulinarisch etwas aufregend. Als ich gegenüber Julie ihren Stadtteil Glebe mit Prenzlauer Berg vergleiche, verzieht sie zustimmend das Gesicht, fügt dann aber hinzu, insgesamt würde sie die kanadische Hauptstadt eher mit Bonn vergleichen (und sie darf das, sie ist selbst in der Gegend aufgewachsen): etwas spröde, etwas langweilig, viele Bürokraten – aber auch oft unterschätzt.

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Malte, Reiseexperte

Einmal um die Welt war für mich ein Traum. Dann habe ich einfach beschlossen, ihn in die Tat umzusetzen. Nun reise ich fünf Monate lang über Nordamerika, Australien und Asien um die Welt.
Für Abacho.de berichte ich regelmäßig von meiner Tour, erzähle aus dem Weltreisealltag und gebe Tipps für spannenderes Reisen.

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  • Karla

    wozucccccccccccccccccccccccccxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx oh, das war die katze. ist wohl doch ein sehr weiter weg von meinem prenzlauerberg zimmer nach ottawa, aber lust auf reisen macht der text wirklich. auch wenn ottawa nicht mein nächstes ziel ist. dann doch toronto, das klang einladender.