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Städtereise Leipzig: Bach-, Buch- und Messestadt

Aufgeschlossen war Leipzig schon immer. Anfang des 15. Jahrhunderts entstand die Universität, im 16. Jahrhundert folgte die Reformation und Leipzig entwickelte sich zu einem Zentrum für klassische Musik und Literatur. Johann Sebastian Bach und Johann Wolfgang Goethe wirkten hier. Weltoffen blieb es, bis der Zweite Weltkrieg und das SED-Regime den Aufschwung bremsten. Nach der Wende erlebte die Stadt in Sachsen einen neuen Boom. Bei einer Städtereise nach Leipzig trifft man heute auf eine lebendige Szene und historische Zeugnisse.

J.S. Bach grüßt als Grafitti in der Leipziger Innenstadt (LTM/Andreas Schmidt)
J.S. Bach grüßt als Grafitti in der Leipziger Innenstadt (LTM/Andreas Schmidt)

Rundgang durch die Altstadt

Markt und Altes Rathaus (LTM/Andreas Schmidt)
Markt und Altes Rathaus (LTM/Andreas Schmidt)

Im Zentrum Leipzigs startet die Besichtigungstour am Alten Rathaus. Der Turm des Renaissance-Baus wurde nachträglich erhöht und wird dem Barock zugeordnet. Wer mehr über die Vergangenheit Leipzigs erfahren will, kann dort das Stadtgeschichtliche Museum besuchen. Vor dem Rathaus treffen sich Touristen und Einheimische auf dem Markt je nach Jahreszeit zum Glühwein, Stadtfest oder einem anderen Festival. Der Platz ist von geschichtsträchtigen Gebäuden wie dem Königshaus umgeben. Die Königshauspassage führt zur Mädler Passage, die nicht nur wegen des aus Goethes Faust bekannten Auerbachs Kellers sehenswert ist.

Die etwa 140 Meter lange Ladenstraße diente schon früher als Kaufhaus und beeindruckt immer noch mit markanten Fassaden, Glasdach und einer Auswahl an Geschäften, Restaurants sowie einem Kabarett-Theater. Zu jeder vollen Stunde erklingt am Übergang zur Petersstraße ein Glockenspiel aus Meissener Porzellan. Flanieren lohnt sich auch im Speck`s Hof. Er ist der Stadtverwaltung zufolge die älteste erhaltene Passage Leipzigs.

Mendebrunnen auf dem Augustusplatz (LTM/Andreas Schmidt)
Mendebrunnen auf dem Augustusplatz (LTM/Andreas Schmidt)

Daneben befindet sich die geschichtsträchtige Nikolaikirche. In der ältesten Kirche Leipzigs fanden 1989 die Friedensgebete statt. Friedliche Montagsdemonstrationen folgten und wurden ein Ausgangspunkt der deutschen Wiedervereinigung. Weiter geht es über die Goethestraße zum Augustusplatz. Mehrere DDR-Bauten säumen den Platz. Der 1886 errichtete, neobarocke Mendebrunnen ist den Angaben zufolge das einzige erhaltene Zeichen des früheren Platzes.

An der Südseite des Augustusplatzes, neben der Universität, erhebt sich das Gewandhaus. Das 1981 eröffnete Konzerthaus ist neben der Thomaskirche und der Oper Leipzig eine Spielstätte des berühmten Gewandhausorchesters. In dem Haus treten auch internationale Ensembles und Künstler auf. Hier geht es zum Veranstaltungskalender

Kulturinteressierte können an der Nordseite des Platzes in der Oper nach aktuellen Vorstellungen fragen. Vor der Thomaskirche erinnert ein Bachdenkmal aus dem Jahr 1908 an den Musiker und seine Zeit in Leipzig. Ein älteres, von Felix Mendelssohn Bartholdy gestiftetes Denkmal befindet sich in den Grünanlagen am Dittrichring gegenüber der Kirche. Unweit entfernt steht das Bosehaus, das heute das Bach-Museum beherbergt.

Tour zu den Sehenswürdigkeiten

91 Meter Höhe misst das Völkerschlachtdenkmal (LTM/Andreas Schmidt)
91 Meter Höhe misst das Völkerschlachtdenkmal (LTM/Andreas Schmidt)

Leipzig ist Messe-, Bach- und Buchstadt. Die vielfältige Geschichte und die Bauten aus mehreren Jahrhunderten lassen sich am besten bei einer Stadtführung erkunden. Wer mehr über Sachsens größte Stadt erfahren will, findet bei dieser Tour die richtige Adresse. Zunächst führt ein zertifizierter Reiseleiter durch den Stadtkern. Nach dem Bummel geht es im Reisebus durch noble Stadtviertel, vorbei am Schillerhaus und dem imposanten Völkerschlachtdenkmal bis zum Augustusplatz. Die Tour endet nach insgesamt zweieinhalb Stunden.

  • Preis: 15 Euro/Erwachsener

Ausgehen und genießen

Leipzig war bereits im 18. Jahrhundert ein Ort der Musik, Kultur und des Genusses. Goethe soll die Stadt „Klein-Paris“ betitelt haben. In den verwinkelten Straßen der Altstadt laden zahlreiche Kneipen zu einem Aperitif. Sächsische Gastfreundlichkeit ist beispielsweise um die Kneipenmeile „Drallewatsch“ (hochdeutsch: etwas erleben) spürbar.

Zills Tunnel in der Kneipenmeile "Drallewatsch" (LTM/Andreas Schmidt)
Zills Tunnel in der Kneipenmeile "Drallewatsch" (LTM/Andreas Schmidt)

Szene-Konzerte ziehen heutzutage ein junges Publikum aus größeren Städten wie Berlin nach Leipzig. Dabei wird oft das lockere, ungezwungene und auf Musik konzentrierte Flair der Stadt gelobt. Ein Treff ist die Moritzbastei. Der frühere Studentenclub der Universität Leipzig bietet ein vielfältiges Programm an Kulturveranstaltungen. Neben Partys mit DJs, Ausstellungen und Literaturveranstaltungen treten in dem historischen Bau in der Universitätsstraße 9 auch Musiker auf.

Kreatives Flair gibt es nahe des S-Bahnhofs Plagwitz: Besucher können auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Baumwollspinnerei ein Theater, Kino und viel Kunst erleben. Auch ein Blick in das Programm der Kulturfabrik Leipzig am Connewitzer Kreuz ist lohnenswert. Im Werk 2 wurde die ehemalige Stanzerei in eine gemütliche Kneipe umgewandelt. In der Connstanze gibt es neben Getränken auch eine gute Speisenauswahl.

Veranstaltungen in Leipzig

  • 15. bis 18. März 2012: Leipziger Buchmesse
  • 5. Mai: Museumsnacht (gemeinsam mit Halle)
  • 7. bis 17. Juni 2012: Bachfest
  • im Herbst: Leipziger Jazztage

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Carolin Bauer, Reiseexperte

25.000 Kilometer – einmal um Australien! Nach diesem Roadtrip war meine Reiseleidenschaft endgültig geweckt. Danach ging es mit dem Rucksack quer durch Südostasien. Meine Traumziel-Liste wird immer länger: Indien, Peru oder Afrika stehen ganz oben. Bis dahin suche ich nach neuen Spots und Trips in der wunderbaren Welt des Reisens.

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