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Römische Kunst

Es gibt ein Vorurteil über Italien, mit dem selbst die Italiener gerne poussieren: Dass das Land seine besten Zeiten schon hinter sich hat – und zwar schon lange. Klar, ein erlebnisreicher Italien Urlaub ist ohne ausgedehnten Sightseeing-Bummel gar nicht vorstellbar. Was wäre eine Reise nach Rom ohne die Besichtigung des Kolosseums und des Pantheons oder ein Aufenthalt in Florenz, wenn man sich nicht die in den Uffizien ausgestellten Kunstwerke ansieht? Schließlich gelten sie als das weltweit bedeutendste Museum für frühneuzeitliche Kunst.

Ausflug ins moderne Rom: Das MAXXI (luigig/<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="nofollow" >cc</a> <a href="" target="_blank" rel="nofollow"></a>)
Ausflug ins moderne Rom: Das MAXXI (luigig/cc )

Doch in beiden Fällen ist offenkundig, dass die Sehenswürdigkeiten entweder aus einer Zeit stammen, die man die Antike nennt, (weil sie schon so lange zurückliegt) oder die Renaissance, da in dieser Epoche die Kunst des Altertums quasi wiedergeboren wurde. Ähnlich verhält es sich mit der Vatikanstadt: Zurecht gilt sie als Weltkulturerbe und wird als faszinierend und wunderschön beschrieben, doch wie der Papst selbst ist sie alles andere als zeitgemäß.

Moderne Hässlichkeit?

Das MAXXI von außen (shutu/<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="nofollow" >cc</a> <a href="" target="_blank" rel="nofollow"></a>)
Das MAXXI von außen (shutu/cc )

Was in Rom in der eigentlichen Moderne erbaut wurde, lässt sich schlicht unter dem Stichwort architektonische Hässlichkeiten subsumieren: Plattenbauten mit Satellitenschüsseln auf den Dächern und Fabrikruinen mögen ihren urbanen Charme versprühen, jedoch fährt wegen ihnen kein Tourist in die Hauptstadt Italiens.

Wer moderne Street Art erleben will, der fliegt nach London, New York oder Berlin oder vielleicht noch nach Mexico City, aber nicht nach Rom. In Rom lebt man in der Vergangenheit. Hier ist das Neue viel verfallener als alles Alte. Urlauber, die ein Hotel in Rom finden wollen, suchen in der Altstadt. Alle anderen Viertel verlässt man am liebsten sofort wieder.

Ein Hauch von Futurismus

Doch ist wirklich ganz Rom rückwärtsgewandt? Nein! Schon 2010 eröffnete das MAXXI im Norden der City. Das von der Architektin Zaha Hadid entworfene Gebäude ist selbst ein Kunstwerk. Die Dame hat es drauf: 2004 wurde ihr der Pritzker-Preis zugesprochen – er wird auch als der Nobelpreis der Architektur bezeichnet.

Das zackenförmige Museum mit den schrägen Wänden, Rampen und Stahlgittern ist einzig, aber nicht artig – und hat es in sich. Hier in diesem futuristischen Bau findet man etwas, von dem man in Rom sonst denken könnte, es sei in der Stadt untergegangen wie andernorts das Römische Reich: Moderne Kunst des 21. Jahrhunderts. Die Installationen des Konzeptkünstlers Gino de Dominicis gehören zu den wichtigsten Exponaten des MAXXI. Die kontrovers diskutierten Werke des Künstlers drohten in Vergessenheit zu geraten, sind aber definitiv die Aufmerksamkeit wert.

Arme Kunst

Natürlich widmet sich das Museum auch der Arte Povera. Ja, denn schließlich hatte auch Italien eine ureigene Kunstbewegung in den 1960er und 1970er Jahren. Neben Gino de Dominicis sind es vor allem Guiseppe Penones und Pino Pascalis Montagen aus gewöhnlichen und alltäglichen, sprich “armen” Materialien, die hier gezeigt werden.
Als Deutschen erinnert das einen doch an etwas beziehungsweise jemanden? Genau, auch auf Joseph Beuys und Anselm Kiefer  trifft man im MAXXI.

Die Piazza vor dem ungewöhnlichen Wahrzeichen ist inzwischen zu einem gesellschaftlichen Ort geworden, an dem man die unterschiedlichsten Menschen treffen kann. Auch solche, die ohne die Popularität des MAXXI sich wohl kaum ein zeitgenössisches Museum ansehen würden, sondern höchstens die nicht allzu weit entfernte Piazza del Popolo.

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