Eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt – dieser und noch andere Superlative fallen, wenn die Rede vom Museo del Prado in Madrid ist. Wer die spanische Hauptstadt bereist, hat keine andere Wahl: Ein Besuch des Prado Museums gehört bei einer Städtereise nach Madrid zum Pflichtprogramm.
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![]() Die heiligen Hallen des Prado (radamantis_t/cc ) |
Mehr als 7.000 Zeichnungen und Drucke, um die 1.000 Münzen und Medaillen, 2.000 Kunstgegenständen, mehr als 700 Skulpturen und ca. 3.000 Gemälde bilden den gigantischen Sammlungsbestand des Madrider Museums. Zwar wird auf einer Ausstellungsfläche von mehr als 40.000 Quadratmetern nur ein Teil der Sammlung präsentiert, das reicht aber immer noch, um bei einem Rundgang durch die heiligen Museums-Hallen ganz schnell die Orientierung zu verlieren.
Museo del Prado

Das Gebäude des Prado (übersetzt “Wiese”) wurde 1785 als naturwissenschaftliches Kabinett durch den Architekten Juan de Villanueva im Auftrag König Karls III. begonnen, doch erst Jahre später unter Fernando VII. als Pinakothek fertig gestellt. Unter dem Namen Museo Real de Pintura y Escultura (Königliches Museum für Malerei und Bildhauerei) wurde der Prado am 19. November 1819 eingeweiht.
Die letzte Erweiterung hat das Madrider Museum erst vor ein paar Jahren erfahren: Im Jahr 2007 wurde die Ausstellungsfläche durch den vom spanischen Architekten Rafael Moneo entworfenen Anbau um mehr als die Hälfte vergrößert. Zu den neu geschaffenen Räumen gehören vier Säle für temporäre Ausstellungen, der restaurierte Kreuzgang der Kirche Los Jerónimos, eine große Eingangshalle für Besuche sowie ein Auditorium.
Die Sammlung des Museo del Prado

Das Problem des Prado ist seine Größe. Was Besucher des monumentalen Baus erst einmal brauchen, ist ein Überblick. Tipp: Am besten man lässt sich gleich am Eingang einen Museumsplan aushändigen und konzentriert sich dann auf zwei bis drei Abteilungen. Wer sich vorher schon mal über die Präsentation der ca. 90 Säle informieren möchte, kann dies auf der Museumsseite auch online tun.
Seinen Ruhm verdankt das Prado Museum in erster Linie seiner umfangreichen Gemäldesammlung, die von der Malerei des 12. Jahrhunderts bis ins frühe 20. Jahrhundert reicht. Der Prado besitzt die umfassendsten Sammlungen von Werken Diego Velázquez’ (1599-1660), El Grecos (1541 bis 1614), und Goyas (1746-1828). Außerdem beinhaltet der Bestand zahlreiche Meisterwerke der flämischen, holländischen, italienischen, französischen und britischen Malerei.
Was muss man gesehen haben?

Jedes der im Prado hängenden Gemälde ist ein Meisterwerk – doch kein Weg führt an Diego Velázquez Gemälde Las Meninas (Die Hoffräulein) vorbei (Saal 12), einem der meist diskutierten Werke der Kunstgeschichte. Noch heute fasziniert die mehrdeutige Komposition des 2,76 Meter mal 3,18 Meter großen Gemäldes (ca.1656): Während im Hintergrund König Philipp IV. samt Gemahlin offenbar in einem Spiegel auftauchen, hat sich der Maler im Vordergrund selbst ins Bild gesetzt. Dadurch sieht es so aus, als zeige sich Velázquez aus der Perspektive des porträtierten Königspaares.
Doch der Künstler könnte die Szenerie ebenso auch spiegelverkehrt gemalt haben: So als schaue er sich selbst in einem Spiegel beim Malen zu, was von vielen Forschern als eine Reflexion über die Kunst in der Kunst gedeutet wurde.
Ebenfalls nicht verpassen sollte man Caravaggios David und Goliath, Goyas nackte Maya (Saal 36), Peter Paul Rubens Die drei Grazien (Saal 25), Albrecht Dürer Selbstbildnis (Saal 55 B) oder El Grecos Kreuzigung.
Das Prado Museum auf einer Führung erkunden
Alle, die zum ersten Mal den Prado besuchen, sei empfohlen, sich in die fachkundigen Hände eines Reiseführers zu begeben, d.h. der beste Weg, das Madrider Museum kennenzulernen, ist, an einer geführten Tour teilzunehmen und sich von Experten die Highlights, Geschichte und Architektur erklären zu lassen.
Bei der zweistündigen Privattour durch das Prado Museum kann man – je nach Interesse – zwischen vier verschiedenen Schwerpunkten wählen. Wer noch mehr über das faszinierende Gemälde Las Meninas erfahren möchte, kann dies zum Beispiel auf der Tour mit dem thematischen Schwerpunkt Velázquez und Goya tun. Die Tour alla Carte ermöglicht es den Teilnehmern, den Schwerpunkt selbst zu wählen. D.h. man kann selbst entscheiden, welche der ausgestellten Gemälde besichtigt werden. Der Preis der Privattour variiert je nach Zeitpunkt, erlaubt sind max. 25 Teilnehmer. Tour gleich buchen!
Wer keine Zeit für eine Städtereise nach Madrid hat, kann sich einige Werke des Prado Museums auch im Netz anschauen. Anfang des Jahres 2009 stellte Internetgigant Google in Zusammenarbeit mit dem Prado Museum vierzehn Meisterwerke online, die man dank Google Earth in extrem hoher Auflösung am heimischen Computer betrachten kann.
Alle Infos im Überblick
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