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Kanufahren im Spreewald: Paddeln in Berlins grünem Venedig

Nur eine Stunde von Berlin entfernt finden Berlin-Besucher ein richtiges kleines Naturidyll vor: Den Spreewald. Europas größter Erlenauwald erinnert an einen verwunschenen Märchenwald, in dem viele Mythen und Geheimnisse sowie eine lange, immer noch lebendige Tradition zu Hause sind. Unser Tipp: Am besten kann man dieses schöne Fleckchen Natur paddelnd – d.h. durch eine Kanutour – entdecken.

Mit dem Kanu durch den Spreewald (caroline lambrechts)
Mit dem Kanu durch den Spreewald (caroline lambrechts)

Kanuparadies Spreewald

Vorbei geht die Kanutour an vielen schönen Höfen (christina peil )
Vorbei geht die Kanutour an vielen schönen Höfen (christina peil )

Der Spreewald ist ein Wasserparadies par excellence und Berlins grünes Venedig. Eine Stunde südöstlich der Hauptstadt teilt sich die Spree in zahlreiche Kanäle und Arme auf (Fließe genannt) und schafft eine Landschaft, die so einzigartig ist, dass sie 1991 als Biosphärenreservat unter den Schutz der Unesco gestellt wurde.

Besucher können sich vom einem „Spreewald-Gondoliere“ im Holzkahn ins Innere des Wasserlabyrinthes fahren lassen. Das hat durchaus seinen ganz eigenen Reiz. Noch mehr zu entdecken gibt es allerdings, wenn man in einem Kanu gleich selber paddelt und so auch abgelegene Flussarme erkunden kann.

Die typischen Holzhäuser des Spreewaldes (christina peil)
Die typischen Holzhäuser des Spreewaldes (christina peil)

Auf einer Kanutour durch den Spreewald gibt es unendlich viel zu bestaunen: Typische Spreewaldhäuser aus Holz mit Reetdach begegnen einem bei einem Bootsausflug ebenso wie malerisch in den Wald eingebettete Wiesen, auf denen sich die ebenfalls für den Spreewald so typischen Heuhaufen auftürmen. Manchmal glaubt man, die Zeit sei hier stehengeblieben, besonders wenn man einem der hier ansässigen Sorben (Nachkommen verschiedener westslawischer Stämme, die sich im 6. Jahrhundert hier ansiedelten) in seiner typischen Tracht begegnet.

Wer Glück hat, kann auf seiner Tour auch so manches seltene Tier beobachten: Otter, Hirsche, Seeadler, Singschwäne sind hier ebenso ansässig wie die vom Aussterben bedrohten Schwarzstörche.

Tipps für die Bootstour im Spreewald

  • Größere Gruppen sollten schon vor Ihrer Anreise in den Spreewald Boote bei der Bootsvermietung reservieren.
  • Auch den Mückenschutz sollte man nicht vergessen, denn sonst wird man – gerade in den Sommermonaten – von den zahlreichen Stechmücken zum Abendessen verspeist. Auch an den Sonnenschutz (Creme und Kopfbedeckung) sollte bei einem Ausflug durch den Spreewald unbedingt gedacht werden.
  • Kanuregel beachten: Kinder oder „Leicht“-Matrosen sitzen immer vorn, der Schwerste wird hinten platziert und darf das Kanu lenken.
  • Den Schleusengroschen nicht vergessen: Wegen der zum Teil erheblichen Höhenunterschiede zwischen den Kanälen sind bei der Kanutour einige Schleusen zu überwinden, die in Selbstbedienung betrieben werden. Ab und zu stehen Kinder und Jugendliche den Kanufahrern hilfreich zur Seite, die auf diese Art ihr Taschengeld ein wenig aufbessern. Das hat im Spreewald Tradition. Mit einem Sprüchlein helfen die Kinder Kanufahrern durch die Schleuse, man bedankt sich traditionell mit einem Schleusengroschen.
  • Die Karte im Auge behalten: Verfahren muss man sich auf den kleinen Wasserstraßen eigentlich niemand. Beim Bootsverleiher kriegt man in der Regel direkt eine Karte mit in die Hand gedrückt, auf der die verschiedenen Kanurouten gleich eingezeichnet sind. Auch die Beschilderung am „Weges“-Rand hilft einen, in der Spur zu bleiben und den richtigen Wasserweg durch das Labyrinth zu finden.
  • Um den Weg in den Spreewald zu finden, solltest du am besten vorher einen Routenplaner verwenden, der dir die passende Wegbeschreibung liefert. Die Adressen der einzelnen Bootsverleiher findest du weiter unten.

Nicht verpassen im Spreewald

  • Als wohl reizvollstes Spreewaldidyll gilt das Dorf Lehde, das von zahlreichen Gräben durchzogen, unter schattigen Bäumen versteckt und voller malerischer Winkel ist. In diesem Wasserlabyrinth liegen einige Höfe, viele von ihnen sind auch heute nur mit dem Kahn zu erreichen.
  • Unbedingt probieren sollten Spreewald Besucher die leckeren Spreewaldgurken (erhältlich vor Ort an zahlreichen Ständen), denn diese sind hier eine richtige Spezialität.

Kanuverleiher im Überblick

Bootsverleihe für Kanus gibt es im Spreewald eigentlich überall. Bei den meisten Kanuverleihern kann man gleich zwischen verschiedenen Kanutypen (Kajak oder Kanadier) wählen und entweder alleine oder im Zweier oder  Dreier (möglichst synchron) das Paddel schwingen.

Lübbenau: Bootsverleih Dolzke Insel, An der Dolzke 8, 03222 Lübbenau (Spreewald) OT Lehde, weitere Infos: spreewaldboote.

Lübben: Hafenschänke Alt Zauche, Am Kahnhafen, 15913 Alt Zauche, weitere Infos: spreewald-reschke.

Schlepzig: Bootsverleih Gromsch, Dammstraße 1, 15910 Schlepzig, weitere Infos unter: paddeln-spreewald.

Burg: Bootsverleih Kleiner Spreewaldhafen, Waldschlößchenstraße 3, 03096 Burg (Spreewald), weitere Infos: kleinerspreewaldhafen.de

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Reisen und Kunst sind meine große Leidenschaft, die ich immer wieder gerne miteinander verknüpfe. Bei meinen zahlreichen Entdeckungstouren durch die Welt ist mir vor allem Italien zur zweiten Heimat geworden. Doch jetzt stehen erst einmal entlegenere Orte auf meinem Reiseplan. Bis dahin freue ich mich auf den gegenseitigen Austausch von Reiseeindrücken, -tipps und -erfahrungen.

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