Drei unterschiedliche Künstler, ein gemeinsames Thema: Zum zehnjährigen Bestehen nimmt sich die Pinakothek der Moderne in München der Darstellung von Weiblichkeit im Werk dreier zentraler Maler des 20. Jahrhunderts an: Etwa 90 Bilder Pablo Picassos, Max Beckmanns und Willem de Koonings werden ab dem 30. März 2012 in einer großen Ausstellung präsentiert. Die Schau trägt den Titel “Frauen” und ist, den Angaben zufolge, die bislang größte Ausstellung des Münchener Museums.
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Der Künstler und die Frauen
Im Œuvre aller drei Künstler nehmen Frauen eine zentrale Stellung ein. Pablo Picassos (1881 bis 1973) weibliche Akte – wie “Les Demoiselles d’Avignon” (1907) oder “Liegender Frauenakt mit Katze” (1964) – gehören zu Ikonen der modernen Malerei. Auch sein Zeitgenosse aus Deutschland, Max Beckmann (1884 bis 1950), stellte die Frau in unzähligen Bildern in den Mittelpunkt. Dem US-Amerikaner niederländischer Herkunft Willem de Kooning (1904 bis 1997) brachte seine berühmte “Women”-Serie der 1950er-Jahre den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit ein.
Anhand herausragender Schlüsselwerke wird die Rolle der Frau im Œuvre aller drei Künstler genauer unter die Lupe genommen. Nicht nur de Kooning auch Beckmann und Picasso lastet in kunsthistorischen Interpretationen ein sehr einseitiges Frauenbild an. Dieses zu erweitern bzw. gängige Auffassungen zu widerlegen, ist das Anliegen der Schau.
Beckmans Gemälde “Fastnacht-Maske grün, violett und rosa (Columbine)” aus dem Jahre 1950 zeigt eine maskierte, leicht bekleidete Frau mit gespreizten Beinen. Auch bei Picassos oder de Koonings werden Frauen in lasziven, eindeutig sexuellen Posen dargestellt. Sie lediglich als Projektionsfläche männlicher Fantasien und Sehnsüchte zu reduzieren, wäre jedoch falsch, so die These der Ausstellungsmacher. Die Rolle, die alle drei Künstler den Frauen in ihrer Kunst beimessen, geht weit über eindimensionale Festlegungen und Klischees von Weiblichkeit hinaus: “Frauen treten in der Kunst von Picasso, Beckmann und de Kooning äußerst differenziert auf, sind von eigenständiger Bedeutung und werden immer wieder zu einem sensiblen Spiegel gesellschaftlicher und politischer Probleme und Umbrüche“, heißt es in der Vorankündigung.
Bis zum 15. Juli 2012 können sich Ausstellungs-Besucher anhand herausragender Meisterwerke also auf Entdeckungstour weiblicher Emanzipation und Unabhängigkeit begeben. Besonders spannend wird dabei der Vergleich zwischen den drei Ausnahmekünstlern sein. Wie setzen Picasso, Beckmann und de Kooning die Frauen in ihren Bildern jeweils in Szene? Welche Bildsprache wird dabei verwendet?
Viele der ausgestellten Bilder sind kostbare Leihgaben aus internationalen Museen und Kunstsammlungen. Namenhafte Leihgeber sind unter anderem The Metropolitan Museum und The Museum of Modern Art in New York, Eremitage in St. Petersburg, Tate Gallery in London, Centre Georges Pompidou und Musée d’Orsay in Paris.
Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildeter Katalog in deutscher und englischer Sprache (Hatje Cantz Verlag). Begleitet wird die Schau durch ein umfangreiches Veranstaltungs- und Kunstvermittlungsprogramm.
Informationen im Überblick
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