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Die Museumsinsel in Berlin: Fünf Museen auf einen Streich

Museen gibt es in der deutschen Hauptstadt viele. Gleich fünf bedeutende Kunstmuseen mit mehr als zehn verschiedenen Sammlungen tummeln sich auf engem Raum auf der Museumsinsel mitten im Herzen Berlins. Die zwischen 1830 und 1930 entstandene Museumslandschaft gehört zu den meistbesuchten Attraktionen Berlins und gilt heute als einer der wichtigsten Museumskomplexe der Welt.

Blick aufs Bode-Museum am Spreeufer (dalbera/<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="nofollow" >cc</a> <a href="" target="_blank" rel="nofollow"></a>)
Blick aufs Bode-Museum am Spreeufer (dalbera/cc )

Im Zweiten Weltkrieg wurde mehr als die Hälfte der Berliner Museumsinsel zerstört und nach der Wende aufwendig saniert. Bis zum Jahr 2015 sollen die Arbeiten nach dem “Masterplan Museumsinsel” komplett abgeschlossen sein. Die nach dem Krieg in Ost und West verteilten Kunstsammlungen sollen bis dahin zurückgeführt und neu sortiert werden. Im Jahr 1999 wurde die Berliner Museumsinsel als weltweit einzigartiges bauliches und kulturelles Ensemble von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Pergamonmuseum: Das Beliebteste

Das Pergamonmuseum von Innen (rubenvike/<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="nofollow" >cc</a> <a href="" target="_blank" rel="nofollow"></a>)
Das Pergamonmuseum von Innen (rubenvike/cc )

Publikumsmagnet der Berliner Museumsinsel ist das Pergamonmuseum. Mit ca. eine Millionen Besuchern im Jahr gehört das Museum nicht nur zu den beliebtesten Museen der Hauptstadt, sondern auch zu den meistbesuchten Kunstmuseen Deutschlands. In den drei Flügeln des in den Jahren 1910 bis 1930 erbauten Gebäudes sind gleich drei Museen untergebracht: Das Vorderasiatische Museum, das Museum für Islamische Kunst und die Antikensammlung.

Highlight des Pergamonmuseums sind die spektakulären Rekonstruktionen archäologischer Bauensembles: Der Pergamonaltar aus der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts vor Christus, das Markttor von Milet, ein römischer Torbau aus dem 2. Jahrhundert nach Christus sowie das Ischtar-Tor mit Prozessionsstraße von Babylon und Mschatta-Fassade.

  • Adresse: Pergamonmuseum, Am Kupfergraben 5, 10117 Berlin, Tel.: +49(0)30 20 90 55 77. Weitere Informationen gibt es auf smb-museum.de.
  • Öffnungszeiten: Täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr. Donnerstags von 10.00 bis 21.00 Uhr.
  • Preise: Zehn Euro, ermäßigt fünf Euro.
  • Anfahrt: U-Bahn U6 (Friedrichstraße), S-Bahn S1, S2, S25 (Friedrichstraße), S5, S7, S75 (Hackescher Markt) oder Tram M1, 12 (Am Kupfergraben); M4, M5, M6 (Hackescher Markt).

Bode-Museum: Das Imposanteste

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Im Inneren gibt es viel zu sehen (felipesp/cc )

Gleich nebenan, direkt am Spreeufer, erhebt sich der imposante Bau des Bode-Museums. Sechs Jahre dauerten die Renovierungsarbeiten. Seit dem 19. Oktober 2006 steht das gigantische Gebäude wieder den Besuchern offen. Das Bode-Museum beherbergt die Skulpturensammlung und das Museum für Byzantinische Kunst sowie das Münzkabinett.
Alleine die Architektur lohnt den Besuch: Die dominante Kuppel wie auch die zwei opulenten Treppenhäuser im Eingangsbereich geben dem Gebäude die herrschaftliche Ausstrahlung, die sich auch in den vielen Dekorationselementen widerspiegeln.

Fertig gestellt im Jahre 1904 wurde das Museum zunächst nach Kaiser Friedrich III., welcher den Planungsauftrag erteilte, benannt. Im Jahr 1956 wurde das Haus nach dem preußischen Museumsdirektor Wilhelm von Bode (1845 bis 1929) in Bode-Museum umbenannt.

  • Adresse: Bode-Museum, Monbijoustraße 3, 10117 Berlin, Weitere Informationen gibt es auf smb-museum.de.
  • Öffnungszeiten: Täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr. Donnerstags von 10.00 bis 22.00 Uhr.
  • Preise: Acht Euro, ermäßigt vier Euro.
  • Anfahrt: U-Bahn U6 (Friedrichstraße), S-Bahn S1, S2, S25 (Friedrichstraße), S5, S7, S75 (Hackescher Markt) oder Tram M1, 12 (Am Kupfergraben); M4, M5, M6 (Hackescher Markt).

Altes Museum: Das Klassischste

Das Alte Museum gleich neben dem Berliner Dom (roryrory/<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="nofollow" >cc</a> <a href="" target="_blank" rel="nofollow"></a>)
Das Alte Museum gleich neben dem Berliner Dom (roryrory/cc )

Die eindrucksvolle Vorhalle mit ihren 18 ionischen Säulen und der Freitreppe fällt schon von weitem ins Auge. Das Alte Museum, erbaut 1823 bis 1830, zählt zu den bedeutendsten Bauwerken des Klassizismus und gilt als einer der Höhepunkte im Schaffen Karl Friedrich Schinkels.

Die klare Gliederung nach dem Vorbild der Antike setzt sich im Inneren weiter fort: Die Ausstellungsräume des Gebäudes gruppieren sich um zwei Innenhöfe. In der Mitte liegt mit der Rotunde das Herzstück des Gebäudes. Das Alte Museum sollte ursprünglich allen Berliner Kunstsammlungen ein zu Hause bieten. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist hier die Antikensammlung untergebracht.

  • Adresse: Altes Museum, Am Lustgarten, 10178 Berlin. Weitere Informationen auf smb-museum.de.
  • Öffnungszeiten: Täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr. Donnerstags von 10.00 bis 22.00 Uhr.
  • Preise: Acht Euro, ermäßigt vier Euro.
  • Anfahrt: U-Bahn U6 (Friedrichstraße), S-Bahn S1, S2, S25 (Friedrichstraße), S5, S7, S75 (Hackescher Markt) oder Tram M1, 12 (Am Kupfergraben); M4, M5, M6 (Hackescher Markt).

Neues Museum: Das Neuste

Der imposante Eingangsbereich (dalbera/<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="nofollow" >cc</a> <a href="" target="_blank" rel="nofollow"></a>)
Der imposante Eingangsbereich (dalbera/cc )

Seit kurzem ist das Ensemble der Museumsinsel wieder komplett. Nach 70 jähriger Schließung öffnete das Neue Museum im Jahre 2009 wieder seine Pforten.

Das nach Plänen des Schinkel Schülers Friedrich August Stülers zwischen 1843 und 1855 erbaute Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Fast fünf Jahrzehnte vegetierte das Neue Museum als Kriegsruine dahin. Erst ab 2003 fanden im Rahmen des Masterplanes Museumsinsel unter der Leitung des britischen Stararchitekten David Chipperfield aufwendige Restaurierungs- und Wiederherstellungsarbeiten statt.

Heute vereint das Neue Museum fast 9.000 Objekte drei unterschiedlicher Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin unter einem Dach: Das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung, das Museum für Vor- und Frühgeschichte und Teile der Antikensammlung. Auch die schönste Frau Berlins ist hier zu Hause: Die Büste der Nofretete – prominent als einziges Objekt im Nordkuppelsaal in einer mehrere Meter hohen Vitrine ausgestellt – ist der Star und Besuchermagnet der Sammlung. Zu weiteren Highlights des Ägyptischen Museums zählen der Grüne Kopf, drei frisch restaurierte Opferkammern aus dem Alten Reich sowie die Amarna-Sammlung, die wie die Nofretete auf Initiative des Mäzens James Simon nach Berlin kam.

Das älteste Objekt im Neuen Museum hat bereits 700.000 Jahre auf dem Buckel: Ein alter Faustkeil der Altsteinzeit ist eines der rund 5.700 ausgestellten Objekten des Museums für Vor- und Frühgeschichte.

  • Adresse: Neues Museum, Bodestraße 1, 10178 Berlin. Weitere Informationen auf neues-museum.de.
  • Öffnungszeiten: Sonntag bis Mittwoch täglich 10.00 bis 18.00 Uhr, Donnerstag bis Samstag von 10.00 bis 20.00 Uhr.
  • Preise: Zehn Euro, ermäßigt fünf Euro, Eintritt plus Führung (1,5 Stunden) 14 Euro, ermäßigt neun Euro.
  • Anfahrt: U-Bahn U6 (Friedrichstraße), S-Bahn S1, S2, S25 (Friedrichstraße), S5, S7, S75 (Hackescher Markt) oder Tram M1, 12 (Am Kupfergraben); M4, M5, M6 (Hackescher Markt).

Alte Nationalgalerie: Das Romantischste

Die Alte Nationalgalerie samt Reiterstandbild (jmv/<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="nofollow" >cc</a> <a href="" target="_blank" rel="nofollow"></a>)
Die Alte Nationalgalerie samt Reiterstandbild (jmv/cc )

Gleich neben dem Neuen Museum, genau in der Mitte der Museumsinsel, erhebt sich der an einen antiken Tempel erinnernde Bau der Alten Nationalgalerie. Das Museum ist das erste Gebäude der Museumsinsel, das im Rahmen der Generalsanierung wieder eröffnen konnte. Nach einer umfassenden Restaurierungsphase steht die Alte Nationalgalerie seit Dezember 2001 wieder den Besuchern offen.

Erbaut wurde die auf einem hohen Sockelgeschoss thronende Alte Nationalgalerie, deren Eingang man über die monumentale Außentreppe erreicht, in den Jahren 1867 und 1876 nach Plänen Friedrich August Stülers. Sie gilt als eine der bedeutendsten Museumsarchitekturen des 19. Jahrhunderts.

Im Inneren warten auf drei Etagen verteilt Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts auf kulturinteressierte Berlin-Besucher. Gemälde von Caspar David Friedrich gehören ebenso zum Bestand wie Landschaften und Architekturvisionen Karl Friedrich Schinkels oder Arbeiten Adolph Menzels. Einen Höhepunkt der Sammlung bilden auch Werke der impressionistischen Malerei: Edouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir sind hier ebenso vertreten wie Edgar Degas oder Paul Cézanne. Einen weiteren Sammlungsschwerpunkt bildet die Malerei der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit  Arbeiten von Hans Thoma, Anselm Feuerbach, Arnold Böcklin, Hans von Marées, Wilhelm Leibl und Wilhelm Trübner Darüber hinaus sind in der Alten Nationalgalerie ein großer Bestand an Gemälden von Max Liebermann und Lovis Corinth ausgestellt.

  • Adresse: Alte Nationalgalerie, Bodestraße 1 bis 3, 10178 Berlin-Mitte. Weitere Informationen auf smb-museum.de.
  • Öffnungszeiten: Täglich 10.00 bis 18.00 Uhr, Donnerstag von 10.00 bis 22.00 Uhr.
  • Preise: Zehn Euro, ermäßigt fünf Euro, Eintritt plus Führung (1,5 Stunden) 14 Euro, ermäßigt neun Euro.
  • Anfahrt: U-Bahn U6 (Friedrichstraße), S-Bahn S1, S2, S25 (Friedrichstraße), S5, S7, S75 (Hackescher Markt) oder Tram M1, 12 (Am Kupfergraben); M4, M5, M6 (Hackescher Markt).

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Alex Fingas, Reiseexperte

Reisen und Kunst sind meine große Leidenschaft, die ich immer wieder gerne miteinander verknüpfe. Bei meinen zahlreichen Entdeckungstouren durch die Welt ist mir vor allem Italien zur zweiten Heimat geworden. Doch jetzt stehen erst einmal entlegenere Orte auf meinem Reiseplan. Bis dahin freue ich mich auf den gegenseitigen Austausch von Reiseeindrücken, -tipps und -erfahrungen.

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