Obwohl von ihr nur noch einige Fragmente übrig geblieben sind, gibt es in der deutschen Hauptstadt Berlin kaum eine andere Sehenswürdigkeit, die so viele Touristen anzieht wie die Berliner Mauer. An den wenigen Resten des einstigen Grenzwalls drängeln sich – 50 Jahre nach Errichtung und mehr als 20 Jahre nach dem Fall – die Besucher, um hier ein Stück deutsche Geschichte mitzuerleben. Wer den Spuren der Berliner Mauer einmal komplett folgen möchte, kann dies bei einer Fahrradtour auf dem Berliner Mauerweg tun.
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Auf insgesamt 160 km führt der Weg einmal komplett die einstige Teilungslinie der DDR Grenzanlage zu West Berlin entlang. Wenn die Zeit für die Gesamttour nicht reicht, empfehlen wir, sich als Kurzprogramm die etwa 16 km lange Innenstadt Mauertour von der Bornholmer Straße bis zur East Side Gallery vorzunehmen. Tipp: Am besten ist der Berliner Mauerweg mit dem Fahrrad „erfahrbar“. Günstige Fahrradverleihe gibt es in Berlin schließlich überall. Wenn man nicht ins Pedal treten möchte, kann man den Mauerweg natürlich auch wandernd erkunden. Im Folgenden findest du eine Beschreibung der Innenstadt Route samt ihrer Highlights.
1. Station: Bernauer Straße

Ein guter Startpunkt für den Berliner Mauerweg ist der S-Bahnhof Bornholmer Straße, wo am 9. November 1989, auf der berühmt gewordenen „Bösebrücke“ die ersten Grenzgänger mit Jubel und Sekt empfangen wurden. Weiter geht es – vorbei am Mauerpark im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg – bis zur Bernauer Straße 111. Hier waren die Folgen des Mauerbaus besonders drastisch. Die Mauer trennte Familien und Nachbarn, die dicht an dicht beieinander wohnten. Heute erinnert ein Dokumentationszentrum an die Teilung zwischen Ost und West.
Neben einem Stück original erhaltener Mauer können Berlin Besucher hier eine Ausstellung mit historischen Fotos vorfinden, die zeigt, wie Berliner gegen den Mauerbau protestierten oder wie sich Bekannte verzweifelt über die Absperrungen hinweg die Hand reichten. Mehr zur Gedenkstätte Bernauer Straße auf berliner-mauer-gedenkstaette.de.
2. Station: Brandenburger Tor und Potsdamer Platz
Von der Bernauer Straße führt der Mauerweg in Richtung Berlin Mitte zum Brandenburger Tor. Wichtige Stationen, die man auf dem Weg dorthin passiert, sind: Der ehemalige Grenzübergang Chausseesraße, der Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal mit dem Wachturm an der Kieler Straße, der Invalidenfriedhof und der ehemalige Grenzübergang Invalidenstraße sowie die Marschallbrücke und das Regierungsviertel.
Wer den Reichstag passiert hat, sollte sich natürlich ausreichend Zeit für das „Wahrzeichen“ der Wiedervereinigung, das Brandenburger Tor samt dahinter liegendem und im neuen Glanz erstrahlendem Pariser Platz nehmen. Von hier aus geht es auf dem Mauerweg direkt zum Potsdamer Platz, wo nachträglich aufgestellte Mauersegmente samt Erklärungstafeln an den Grenzwall zwischen Ost und West erinnern.
3. Station: Checkpoint Charlie
Der Mauerweg führt vom Potsdamer Platz über die Stresemannstraße nach links in die Niederkirchnerstraße. Nahe beieinander befinden sich Preußischer Landtag, der Martin-Gropius-Bau und die Ausstellung Topographie des Terrors. Zwischen Niederkirchnerstraße und dem Ausstellungsgelände können Interessierte die letzten zusammenhängenden (jedoch eingezäunten) Mauerreste in der Innenstadt Berlins vorfinden.
Durch die Zimmerstraße geht es zum ehemaligen Grenzüberhang Checkpoint Charlie, dem touristischen Hotspot für Mauertouristen. Am ehemaligen Kontrollpunkt von West- nach Ostberlin auf der Friedrichstraße standen sich Ende Oktober 1961 russische und amerikanische Panzer direkt gegenüber. Sehenswert ist vor allem das Museum „Haus am Checkpoint Charlie“, welches das letzte Gebäude auf der Westseite vor der Grenze war. Heute werden hier vor allem einstige Fluchtobjekte ausgestellt. Beim amerikanischen Wachhaus am Checkpoint Charlie handelt es sich allerdings um eine Rekonstruktion des zerstörten Originals, die als Touristenattraktionen erschaffen wurde.
4. Station: East Side Gallery
Einer der Höhepunkte des Mauerweges ist die East Side Gallery, denn hier, im Berliner Stadtteil Friedrichshain, steht entlang der Spree das mit 1,3 km längste erhaltene Mauerstück. Vom Checkpoint Charlie aus erreicht man die East Side Gallery über den einstigen Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße zur Sebastian- und Waldemarstraße und schließlich über die Schillingbrücke bis zur Holzmarkt- und Mühlenstraße. Bei der Tour zwischen Checkpoint Charlie und East Side Gallery kommt man unter anderem am Gedenkort Peter Fechter vorbei, wo eine Stele des Künstlers Karl Biedermann an Fechters tragische und mit dem Tod endende Flucht erinnert.
An der East Side Gallery sollte man ein wenig Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang einplanen, denn 118 Künstlern aus 21 Ländern haben sich ein Jahr nach der Grenzöffnung entlang der Mauer mit ihren Werken verewigt. Entstanden ist die längste Open Air Galerie der Welt, dessen berühmtestes Werk wohl der Bruderkuss darstellt. Weitere Infos auf eastsidegallery.de.
Gut zu wissen
- Realisiert wurde der Berliner Mauerweg in den Jahren 2002 bis 2006.
- Der insgesamt 160 km lange Rad- und Fußweg ist fast vollständig ausgebaut. Bis auf kleinere Abschnitte ist die Strecke durchgehend asphaltiert.
- Die Route führt fast immer an der einstigen Mauer entlang. An manchen Stellen ist dies jedoch nicht möglich, da Teile inzwischen überbaut oder Wege beseitigt wurden.
- Gerade im innerstädtischen Bereich ist der Mauerverlauf nur noch zu erahnen. An einigen Stellen kennzeichnen doppelte Reihen aus Pflastersteinen den einstigen Verlauf der Grenze.
- Wer sich über die komplette Route des Mauerweges informieren möchte, kann dies auf berlin.de tun.
Führungen entlang der Mauerreste
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