Kunst in den grauen Wänden eines Bunkers bestaunen? In der deutschen Hauptstadt Berlin kann man genau das: „Kunst im Hochbunker – Sammlung Boros“ nennt sich das ungewöhnliche und engagierte Projekt des Kunstsammlers Christian Boros, der aus einem alten Nazibunker in der Reinhardtstraße in Berlin so etwas wie ein Privatmuseum machte.
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Dass in Berlin aus alten Fabriken plötzlich moderne Lofts oder Büros werden, ist durchaus nichts ungewöhnliches, einem Kriegsbunker eine derartig neue Funktion zu geben, hat sich jedoch bislang noch niemand getraut.
Seit 2008 existiert das Projekt „Kunst im Hochbunker- Sammlung Boros“ und ist seitdem auch der Öffentlichkeit zugänglich. In wechselnden Ausstellungen werden in den meterdicken Räumen des Schutzbunkers – der letzterhaltene im Zentrum Berlins – immer wieder neue Teile von Boros umfassender Sammlung der zeitgenössischen Kunst gezeigt. Zur Sammlung Boros gehören Skulpturen und Rauminstallationen ebenso wie Licht- und Performancearbeiten.
Vor dem „Hintergrund“ eines alten vernarbten Kriegsbunkers entfalten die Kunstwerke plötzlich ihre ganz eigene Ausstrahlung: Zeitgenössische Kunst präsentiert sich hier nicht selbstvergessend, sondern erscheint angenehm geerdet und verbunden mit der Vergangenheit der Stadt. 1942 wurde der „Reichsbahnbunker Friedrichstraße” errichtet, und in DDR Zeit als Obst- und Gemüselager verwendet (daher wurde er auch „Bananenbunker“ genannt), schließlich fanden nach der Wende hier wilde Techno Parties statt, bis Christian Boros diesen Bunker vor ein paar Jahren käuflich erwarb.
Aber auch die gesammelten Werke selber haben durchaus ihre historische Bedeutung und markieren markante Punkte im Berliner Kunstgeschehen. Die acht Meter langen Stelen des Künstlers Santiago Sierra beispielsweise, mit denen er zur Eröffnung der Galerie Gebauer (Jannowitzbrücke Berlin) die Wände durchbrach.
Mit seiner labyrinthischen Raumstruktur gehört das Gebäude zu den beeindruckendsten „neuen“ Kunsthäusern Berlins. Ein Besuch von „Kunst im Hochbunker – Sammlung Boros“ sei jedem Berlin Besucher daher wärmstens empfohlen.
| Infos im Überblick Adresse: Reinhardstraße 20, 10117 Berlin, Tel:0049/030/27594065. Öffnungszeiten: Führungen finden freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags/sonntags von 10 bis 18 Uhr statt und dauern je 1,5 Stunden. Ein Besuch ohne Führung ist nicht möglich. Eintritt: 10 Euro, ermäßigt 6 Euro. Tipp: Rechtzeitig anmelden, denn die Sammlung Boros ist oft schon Wochen im Voraus ausgebucht. Hier geht es zur Buchung. |



















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