Ratgeber

Richtig (gut) essen in Italien – so geht es

Keine Frage: Italien ist ein Schlaraffenland für Gourmets. In keinem anderen Land wird mehr Wert auf gute Küche gelegt als bei unseren Nachbarn. Doch nicht immer hat man bei einem Italien Urlaub den passenden Reiseführer parat, der einem verrät, wo die Pizza besonders lecker und der Wein außerordentlich gut schmeckt.

Gut essen in Bella Italia. (CFuga/<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="nofollow" >cc</a>)
Gut essen in Bella Italia. (CFuga/cc)

Wir verraten, wie man auch ohne Guide in Italien über die Runden kommt und trotz allem das perfekte “Ristorante” findet.

Wie erkenne ich ein gutes Restaurant?

Wenn ein Restaurant zur Cena- (Abendessen) oder Pranzo- (Mittagessen) Zeit voll mit Italienern ist, vor dem Lokal also lauter Autos mit italienischen Kennzeichen parken, dann isst man dort in der Regel sehr gut. Italiener haben ein sehr feines Näschen für qualitative Dinge und sind ein durchaus verwöhntes Völkchen, was gute Küche anbelangt. Dafür ist man auch gerne bereit, beim Essen nicht auf den Preis zu schauen und auch mal ein bisschen mehr auszugeben. Dies heißt aber nicht, dass alle guten Dinge in Italien zwangsläufig teurer sein müssen.

Auch von einem kargen, unprätentiösen Ambiente sollte man sich nicht abschrecken lassen. Im Gegenteil: Oft isst man in Italien gerade  hier besonders  gut. Eine eher spartanische Einrichtung der Pizzeria oder Trattoria ist oft ein sicherer Hinweis für eine besonders hohe Essqualität.

Touristische Ballungszentren wie die Piazza Navona in Rom oder die Piazza della Signoria in Florenz sollte man in Italien essenstechnisch lieber komplett meiden. Hier zahlt man in der Regel hohe Preise, aber das meistens auch nur für die tolle Lage. Vergleichsweise ist  die Pizza oder Pasta hier weniger schmackhaft.  Besser ein paar Schritte weiter laufen und in einem kleinen versteckten Gässchen ein wirklich tolles und günstiges Restaurant vorfinden.

Übrigends: Zur deutschen Abendessenzeit wird man in italienischen Restaurants noch keinen Italiener antreffen. In Bella Italia isst man aus deutscher Sicht sehr spät, und je südlicher man kommt, um so später wird es. Es kann daher durchaus passieren, dass man  um 20 Uhr im Restaurant immer noch alleine da sitzt und es erst um 22 Uhr richtig voll wird. Dann aber muss man vorm Restaurant oft Schlange stehen und auch mal 40 Minuten warten, um einen Platz zu bekommen. Einen Tisch vorzureservieren kann zwar die Wartezeit verkürzen,  aber ein wenig gedulden muss man sich dann trotzdem.

“Alla romana” bezahlen – ja oder nein?

Erst einmal vorweg: “Fare alla romana” heißt übersetzt einen “auf römisch machen” und bedeutet nichts anderes als (wie es die als unhöflich geltenen Römer wohl oft getan haben)  im Restaurant getrennt zu bezahlen.

Viele Reiseführer warnen vor dieser Zahlungsart, weil sie auch als deutsche Kleinlichkeit abgestempelt werden könne. Man empfiehlt  stattdessen eine Methode wie sie  im Rest von Italien (auch in Rom!) gerne gehandhabt wird:  Die Endrechnung  für einen Tisch wird gemeinsam gezahlt und danach wird untereinander der Betrag pro Kopf ausgerechnet oder einfach durch die Anzahl der Köpfe geteilt. Sicherlich ist das in Italien oft die unkompliziertere und höflichere Art der Bezahlung. Tendenziell ist aber zu sagen:  Der Italiener ist sehr tolerant und flexibel. Niemand wird schief angeguckt, wenn er nicht gemeinsam, sondern (bei einer größeren Reisegruppe von 20 Leuten z.B.)  getrennt an der Kasse seine Rechnung begleichen möchte.

Trinkgeld – ja oder nein?

Ein wenig anders als bei uns funktioniert es in Italien auch mit der “mancia”, dem Trinkgeld. Es ist zum Beispiel keineswegs so, dass beim Restaurantbesuch ein bestimmter Prozentsatz  als Trinkgeld  erwartet wird. Rechnungen beim Bar- oder Restaurantbesuch irgendwie aufzurunden, wird ebenfalls nicht voraus gesetzt. Wenn die Rechnung 25,50 Euro beträgt, dann ist es völlig normal, sich die 50 Cent zurückgeben zu lassen –  Tourist  oder nicht. Natürlich wird sich aber jeder Kellner oder Barmann über ein kleines Extrageld freuen. Dieses wird dann aber meistens beim Verlassen einfach auf dem Tisch gelegt.

Wenn sich auf der Rechnung oder Speisekarte ein Betrag “coperto” (meist ca. 3 Euro) findet, so ist das ein ganz üblicher Zuschlag für “Gedeck und Brot”.  Das ist eine landestypische Besonderheit und sollte bei jedem Restaurantbesuch in Italien einfach einkalkuliert werden.

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Alex Fingas, Reiseexperte

Reisen und Kunst sind meine große Leidenschaft, die ich immer wieder gerne miteinander verknüpfe. Bei meinen zahlreichen Entdeckungstouren durch die Welt ist mir vor allem Italien zur zweiten Heimat geworden. Doch jetzt stehen erst einmal entlegenere Orte auf meinem Reiseplan. Bis dahin freue ich mich auf den gegenseitigen Austausch von Reiseeindrücken, -tipps und -erfahrungen.

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