Ratgeber

Private Unterkünfte: Was bieten AirBnB, 9flats und Wimdu?

Keine Lust auf anonyme Hotelzimmer oder sterile Ferienwohnungen? Wer lieber wie die “Einheimischen” übernachtet und nach einer charmanten Bleibe in Paris, London oder Berlin zu fairen Preisen sucht, sollte sein Glück bei Zimmervermittlungen für privates Wohnen versuchen. Portale, die sich auf die Vermittlung von Privatunterkünften spezialisiert haben, erleben gerade einen regelrechten Boom. Spitzenreiter mit bereits zwei Millionen eingegangenen Buchungen ist das amerikanische Portal AirBnB.

Wohnung in Paris: So sieht ein Angebot von AirBnB aus ( © airbnb.com)
Wohnung in Paris: So sieht ein Angebot von AirBnB aus ( © airbnb.com)

Die Nummer Eins in Sachen privater Unterkunft ist jedoch längst nicht mehr alleine. Auch deutsche Webseiten wie 9flats, Wimdu oder Gloveler versuchen mit ähnlichen Strategien ihr Glück auf dem Reisemarkt. Doch wer bietet was? Wir stellen die drei wichtigsten Portale für Privatunterkünfte einmal genauer vor.

AirBnB: Schlafen bei Einheimischen

Schlicht und chic: Bei AirBnB ist für jeden Geschmack was dabei ( ©  airbnb.com)
Schlicht und chic: Bei AirBnB ist für jeden Geschmack was dabei ( © airbnb.com)

Der Vorreiter der privaten Übernachtungs-Portale ist bereits seit 2007 dabei. Mit privaten Unterkünften in über 186 Ländern und mehr als 16.000 Städten, verteilt über alle Kontinente, bietet AirBnB mit Hauptsitz in Kalifornien bislang das größte und vielseitigste Angebot fürs Wohnen auf Zeit.

So geht die Suche: Wer nach einer schönen Unterkunft sucht, gibt einfach das gewünschte Reiseziel ein. Verfeinern lässt sich die Suche über “Preis”, “Umgebung” (gemeint ist der Stadtteil), “Ausstattung” oder “Art des Zimmers”. Spartanisch auf der Luftmatratze übernachten muss bei AirBnB (der Name steht für Airbed und Breakfast) aber niemand, denn neben Privat- oder Gemeinschaftszimmern kann auch gleich nach einer ganzen Wohnung oder einem Haus gesucht werden. Auch Zimmeranzahl oder Objekttyp lassen sich über die Suche ganz einfach bestimmen. Bei Letzterem hat AirBnB sogar ausgefallene Kategorien wie “Iglu”, “Baumhaus”, “Schloss” oder “Hütte” im Repertoire. Seit Neuestem ist bei AirBnB sogar die Langzeitmiete möglich.

Vorheriges Kennenlernen schafft Vertrauen: Vor der Buchung kann man sich anhand von Fotos, Karten, Street-View-Ansichten und Bewertungen bisheriger Gäste ein genaues Bild vom Objekt der Begierde machen. Bei weiteren Fragen wird mit dem “Besitzer” direkt kommuniziert. Überhaupt spielt die soziale Komponente bei AirBnB wie auch bei den anderen Übernachtungs-Portalen eine wichtige Rolle: Durch umfangreiche Nutzerprofile sollen sich Gast und Gastgeber zuvor gegenseitig kennenlernen. Reisende sollen von einem Insider Tipps für den Aufenthalt bekommen, der Vermieter kann sich von seinen Gästen einen Eindruck verschaffen und bei einem unguten Gefühl die Buchung eines Interessenten auch ablehnen.

Die Preise: Die Preise reichen von Billig- bis Luxuskategorie und hängen von Reiseziel, Reisedauer, Saison und Art der Unterkunft ab. Die vereinbarte Miete landet erst einmal nicht direkt beim Vermieter, sondern zunächst bei dem Internetportal selbst. Erst 24 Stunden nach Ankunft des Gastes wird das Geld auf das Konto des Gastgebers überwiesen. Wenn sich die Unterkunft als Kellerloch entpuppt, kann der Mieter das Portal kontaktieren und die Zahlung stoppen. Zehn Prozent vom Übernachtungspreis behält das Start-Up als Provision. Dafür verspricht das Unternehmen seinen Mitgliedern – im Gegensatz zum kostenlosen Konkurrenten Couchsurfing – verlässlichen Service.

Einziger Wehmutstropfen bei AirBnB ist die teilweise schlechte oder unverständliche Übersetzung bei den Wohnungsbeschreibungen. Nutzungsbedingung und Datenschutzklausel sind leider nur auf Englisch nachzulesen.

Weitere Infos auf airbnb.com.

Airbnb

9flats: Sei in der Welt zu Hause

Auch bei 9flats ist für jeden etwas dabei ( © 9flats.com)
Auch bei 9flats ist für jeden etwas dabei ( © 9flats.com)

Ob einfache Studentenbude in Berlin, Luxusbleibe in Rom oder Hausboot auf der Themse – auch beim deutschen Unternehmen 9flats bleiben beim Wohnen auf Zeit keinerlei Wünsche offen. Das Zwischenmiete-Portal 9flats mit Sitz in Berlin ging erst 2011 an den Start und kann mit ca. 20.000 Privatwohnungen in mehr als 40 Ländern (mit Schwerpunkt Europa) daher deutlich weniger Übernachtungsmöglichkeiten anbieten.

Die Suche funktioniert ähnlich wie beim amerikanischen Konkurrenten AirBnB, allerdings sind die Filteroptionen (noch) nicht so umfangreich. Nach Objekttypen wie “Schloss” oder “Baumhaus” kann beispielsweise derzeit noch nicht gezielt gesucht werden. Ein großes Plus: Eigens von 9flats eingesetzte „Scouts“ suchen die Unterkünfte auf, bewerten sie und verifizieren somit das Angebot.

Weitere Infos auf 9flats.com.

Wimdu: Travel like a local

Privat Wohnen in Paris: Auch Wimdu macht's möglich ( © wimdu.de)
Privat Wohnen in Paris: Auch Wimdu macht's möglich ( © wimdu.de)

Auch Wimdu ist ein Neuling auf dem privaten Übernachtungsmarkt. Das Start-Up Unternehmen mit Sitz in der deutschen Hauptstadt wurde erst im April 2011 gegründet und hat laut eigenen Angaben derzeit mehr als 12.000 Unterkünfte in mehr als 50 Ländern im Sortiment.

Gefiltert werden kann neben dem Reiseziel nach “Stadtteil”, “Preis”, “Ausstattung”, “Unterkunftstyp” (d.h. Wohnung, eigenes Zimmer oder gemeinsames Zimmer) und “Entfernung” (vom Zentrum). Wer nach der etwas anderen Übernachtung wie “Hütte” oder “Schloss” sucht, muss bei Wimdu ebenfalls erst einmal durch die Angebote durchstöbern.

Weitere Infos auf wimdu.de.

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3 Comments

  1. reisender sagt:

    Diese Angebote sind schon richtig gut, aber ich finde das die regionalen Anbieter von Unterkünften meist noch mehr Angebote parat haben. Die sind ja auch bestimmte Städte oder Länder spezialisiert und haben da auch viel Wissen und Erfahrung wie der Markt aussieht. Deshalb vergleiche ich gern die einzelnen Anbieter, wenn ich verreise. Aber ich habe zum Glück bis jetzt nur gute Erfahrungen mit Ferienwohnungen gemacht, auch wenn die Anreise mal kurzfristig war.

  2. cmscologne sagt:

    Airbnb haben wir mehrfach genutzt, werden jetzt aber auf die anderen beiden Anbieter wechseln, da wir mit der Handhabung einer Beschwerde deutlich unzufrieden sind. Wichtig ist, dass im Falle einer Unterkunft, die nicht den Erwartungen entspricht, unbedingt die – meiner Erfahrung nach bei einem nicht funktionierenden Internetzugang deutlich zu kurzen Fristen bei Airbnb – für eine Beschwerde und Stornierung unbedingt eingehalten werden müssen, sonst gibt es kein Geld zurück. Im Falle meiner Reise von 10 Tagen sehr ärgerlich! Auch für eine negative Bewertung eines Gastgebers gilt es eine Frist einzuhalten, so dass m. E. nicht nur unsere, sondern auch sicherlich viele andere deutlich negative Bewertungen nicht abgegeben werden, um nicht ins Beschwerdeverfahren einzugreifen. Vom System her sind Unterkünfte also nicht zuverlässig einzuschätzen und daher immer ein größeres Risiko.

  3. elisa sagt:

    Hinzuzufügen ist, dass Airbnb doch deutlich die Vermittlungspreise angezogen hat. Wimdu ist hier aktuell noch günstiger (wenn auch nicht so viele Angebote online sind)

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