Ratgeber

Nachhaltiger Tourismus: Öko-Angebote prüfen

Unberührte Sandstrände und sauberes Wasser sind Visionen einer perfekten Reise. Doch auch Urlaubsziele werden nicht vor Umweltzerstörungen verschont. Beim Tauchen überraschen uns Plastiktüten oder abgestorbene Korallen. Regenwälder sind stark vom Abholzen bedroht. Nach Bio im Kühl- und Kleiderschrank wird nun nachhaltiger Tourismus immer gefragter. Die Reisebranche reagiert darauf mit ökologischen Angeboten. Doch schonen diese wirklich die Umwelt? Hier findest du Tipps für nachhaltiges Reisen und Informationen zu Umweltsiegeln.

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Nachhaltiger Reisen in Australien: Wasserfälle im Lamington National Park (Tatters:)/cc )

Die Deutschen gelten mit jährlich rund 60 Millionen Urlauben als “Reiseweltmeister”. Dabei bevorzugen sie neben Zielen im eigenen Land auch das Mittelmeer und ferne Ziele wie Asien. Der Tourismus ist weltweit für rund fünf Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich, teilt die Umweltorganisation WWF mit. Ein typischer zweiwöchiger Urlaub auf Mallorca verursacht einer WWF-Studie zufolge pro Person rund eine Tonne Kohlendioxid. Damit schädige er das Klima ebenso sehr wie ein Jahr Autofahren.

Sechs Tipps für klimafreundlichen Tourismus

  • Warum in die Ferne schweifen? Fernziele lohnen sich aus ökologischen Gründen nicht bei einem Aufenthalt von wenigen Wochen. Auch wenn ein zehntägiger Urlaub nach Thailand und Co erschwinglich geworden ist, sollte der Energieverbrauch beachtet werden. Denn: Je näher das Urlaubsziel, desto geringer ist dein ökologischer Fußabdruck!
    Umweltzerstörung lässt auch den Lebensraum des Clownfisches schrumpfen (jeff~/<a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="nofollow" >cc</a> <a href="" target="_blank" rel="nofollow"></a>)
    Umweltzerstörung lässt auch den Lebensraum des Clownfisches schrumpfen (jeff~/cc )
  • Klimafreundliche Verkehrsmittel wählen! Muss es das eigene Auto sein oder fahren Zug und Bus nicht schneller und umweltfreundlicher zum Urlaubsziel? Die Klimabilanz kann über die Deutsche Bahn errechnet werden. Der Kohlendioxid-Ausstoß einer Flugreise kann über zum Beispiel über Atmosfair ausgeglichen werden.
  • Gegessen wird, was auf den Tisch kommt! Touristen haben auf Reisen die Chance, authentische internationale Küche zu genießen. Es muss nicht immer ein deutsches Würstchen sein. Mit deiner Wahl unterstützt du nicht nur einheimische Bauern. Dadurch werden auch weniger Waren per Flugzeug oder Co transportiert.
  • Wasserstop! Unter der Dusche, beim Zähneputzen oder auf der Toilette. Im Urlaub wie zu Hause sollte Wasser bewusst gespart werden. Auch das mehrmalige Benutzen der Hotelhandtücher trägt zum Umweltschutz bei.
  • Nachhaltige Angebote fördern! Wer aktiv sein will, sollte bei Wanderungen oder anderen Touren Naturschutzgebiete respektieren. Positiv wirken sich Führungen mit einheimischen Guides durch Nationalparks aus. Querfeldeinlaufen kann dagegen Lebensraum zerstören. Strandabschnitte, an denen Schildkröten Eier ablegen, sollten gemieden werden. Auf der Touristenhochburg Zakinthos in Griechenland gehen die Reptilien laut WWF beispielsweise an Land.
  • Müll meiden! Nicht überall auf der Welt gibt es Müllverbrennungsanlagen wie in Deutschland. Mancherorts werden Plastikflaschen oder Verpackungen noch direkt am Strand verbrannt. Versuche Müll zu vermeiden. Befülle beispielsweise deine Wasserflasche neu und verzichte auch im Urlaub auf Plastiktüten.

Umweltsiegel und Projektprüfer

Touren durch Nationalparks fördern nachhaltigen Tourismus (grahamc99/<a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="nofollow" >cc</a> <a href="" target="_blank" rel="nofollow"></a>)
Touren durch Nationalparks fördern nachhaltigen Tourismus (grahamc99/cc )

Es gibt verschiedene Siegel für umweltverträglichen, nachhaltigen Tourismus. Eines darunter ist das sogenannte CSR-Siegel (CSR Tourism Certified) für Reiseveranstalter. Es soll laut TourCert 2012 auf Reisebüros ausgeweitet werden. Der WWF setzt sich für die Entwicklung global einheitlicher Siegel ein. Der Global Tourism Sustainability Council (GTSC) beinhaltet eine Liste international gültiger Mindestkriterien für nachhaltigen Tourismus. Der GTSC prüft touristische Umweltzeichen. Auch Gold Standard oder das Klimasekreteriat CDM/CER der Vereinten Nationen führen Listen mit geprüften Projekten, die Internetseiten sind jedoch weniger transparent.

Selbst an Umwelt-Projekten beteiligen

Einige Reiseanbieter und Fluggesellschaften unterstützen Umwelt-Projekte. TUIfly und die Lufthansa arbeiten beispielsweise mit der Schweizer Non-Profit Stiftung Myclimate zusammen. Mit den Einnahmen werden unter anderem energieeffiziente Kochöfen für die ländliche Bevölkerung in West-Kenia gefördert, um den Holzverbrauch zu mindern. Klimasünder können ihre Flugreisen auch über Atmosfair ausgleichen.

Carolin Bauer, Reiseexperte

25.000 Kilometer – einmal um Australien! Nach diesem Roadtrip war meine Reiseleidenschaft endgültig geweckt. Danach ging es mit dem Rucksack quer durch Südostasien. Meine Traumziel-Liste wird immer länger: Indien, Peru oder Afrika stehen ganz oben. Bis dahin suche ich nach neuen Spots und Trips in der wunderbaren Welt des Reisens.

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  • http://www.zielegal.de Andreas Huber

    Netter Beitrag! Besonders gefällt mir, dass der Punkt “Einbeziehung der einheimischen Bauern” mit dabei ist. Die Integration regionaler Kreisläufe ist etwas was viel zu oft vergessen wird.

    Ich habe hierzu auch einmal geschrieben, wie man mit Reisen auch Gutes tun kann

    Gruß

    Andreas

  • http://abacho.de Carolin Bauer

    Hallo Andreas,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Reisen ist nicht nur wundervoll sondern bringt auch Verantwortung mit sich.
    Schöne Grüße