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Unsere Hauptstadt sonnt sich nicht nur in dem Ruf, die kreativste Stadt Deutschlands zu sein, sondern auch, die meisten kulinarischen Höhepunkte zu bieten. Tatsächlich erobern die Küchentrends, die sich in Berlin erprobt haben, danach oft seine festen Plätze im Rest von Deutschland. Zeit, seinen Koffer zu packen und auf die Suche nach der Küche von morgen zu gehen. Was gefunden wird: Kunst in der Küche.
Regionale Spezialitäten, Bio-Qualität und die obligatorische vegetarische oder vegane Alternative haben sich von Berlin aus längst über Deutschland ausgebreitet. Aber auch der Falafel und das Halloumi haben ihren Siegeszug in deutsche Mägen in der Metropole gestartet. Zeit, zwei neue Restaurant-Ideen aus Berlin unter die Lupe zu nehmen und in seinen nächsten Hauptstadtbesuch zu integrieren. Denn diese sind viel mehr als Essen: Schlemmen und Sightseeing in einem.
Ehemalige jüdische Mädchenschule in Berlin
Wo früher Mädchen brav die Schulbänke gedrückt und von einem Leben außerhalb der grauen Mauern geträumt haben, gehen Erwachsene nun erwartungsvoll zwei Hobbys nach, die sich nie zuvor so gut verbinden ließen: Essen und Kultur vereinigt das Gebäude in Berlin Mitte seit Februar dieses Jahres. Michael Fuchs hat das Konzept charmant umgesetzt und drei hochkarätige Speisestätten in das Gebäude geholt. Das Restaurant Pauly-Saal schmückt die ehemalige Turnhalle, der Kosher Classrom daneben teilt sich das restliche Erdgeschoss mit dem preiswerteren Deli Mogg und Melzer.
Das restliche Gebäude teilen sich verschiedene Galerien, die hochkarätige Ausstellungen und Installationen zeigen. Dabei wird immer wieder bewusst mit dem Charme der Schule gespielt; schließlich haben sich die Galerien in eine ehemalige Lehranstalt eingenistet. Das Konzept funktioniert sehr gut und ist für kulinarisch und kulturell interessierte Berlinbesucher ein Muss.
Understatement im Speiseklub Neukölln
Der Speiseklub Neukölln ist ebenfalls jung und ebenfalls ambitioniert, aber anders könnten die beiden Konzepte nicht sein. Was sie eint, ist die Verschmelzung von Kunst und Kultur, aber während die Mädchenschule auf Etabliertes setzt, wirkt der Speiseklub Neukölln bewusst klein und bewusst im Untergrund. Das liegt auch an seiner nomadenartigen Philosophie: Im Mittelpunkt steht die Suche nach interessanten Orten in Berlin, an denen dann ein passendes Essen gekocht wird und mit einem kulturellen Rahmenprogramm abgerundet wird. So gab es einmal eine Zuckerwatte-Installation mit passenden süßen Köstlichkeiten, ein anderes Mal Stummfilmkino und Hotdogs.
Der Veranstalterin Cathrin Brandes ist wichtig, dass die Events nicht zu groß werden, maximal 20 Personen werden an den Tisch gelassen. Und alle Produkte haben selbstverständlich Bioqualität. Der „normale“ Speiseklub tagt immer am letzten Sonntag im Monat, bei Sonderveranstaltungen auch öfter.
Obwohl Berlin die Stadt mit den meisten außergewöhnlichen Restaurants in Deutschland ist, gestaltet sich die Suche nach einem passenden Speiseort immer wieder als schwierig. Umso schöner, wenn es Alternativen gibt, bei denen man sich darauf verlassen kann, die so vielseitig sind, dass für jeden etwas geboten wird.
Quelle: www.pointoo.de
















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