Unter dem Titel “Die verzauberte Landschaft” widmet das Städel Museum in Frankfurt dem berühmten Landschaftmaler Claude Lorrain (um 1600 bis 1682) eine groß angelegte monographische Ausstellung. Gezeigt werden ab dem 3. Februar 2012 rund 130 Arbeiten aus allen Schaffensphasen des französischen Barockmalers. Damit werde seit fast 30 Jahren zum ersten Mal wieder in Deutschland eine umfassende Schau zum Werk Lorrains ausgerichtet, teilte das Museum mit.
Zu sehen gibt es eine hochkarätige Auswahl aus Gemälden, Zeichnungen und Druckgraphiken. Viele der ausgestellten Werke sind kostbare Leihgaben aus anderen Museen, wie dem British Museum und der National Gallery in London, dem Petit Palais in Paris und dem Kupferstichkabinett in Berlin. Einige der gezeigten Arbeiten sind Schätze aus eigenem Bestand: Das Frankfurter Städel besitzt neben fünf Zeichnungen und etwa 40 Radierungen ein bedeutendes Spätwerk Lorrains, die “Landschaft mit Christus, der Maria Magdalena erscheint (Noli me tangere)” aus dem Jahre 1681.
Arkadien in Frankfurt
Der in Lothringen geborene Lorrain wurde bereits zu Lebzeiten in Frankreich und Italien geschätzt, später begeisterten sich vor allem die Engländer für seine Bilder und brachten sie von ihren Italienrundreisen mit auf die Insel: “Die Werke Claude Lorrains übten nicht nur einen prägenden Einfluss auf die englische Bildende Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts aus […], sondern vor allem auf die englische Gartenkunst”, so das Städel. Lorrains Landschaften wurden zum Vorbild für reale Gärten.
Der Künstler schuf seine Landschaften aber keineswegs nach dem Abbild der Natur. Lorrains Landschaften sind durchkomponierte Idyllen, in denen jedes Element – der im Vordergrund liegende Baumstamm, die antike Tempelruine an der Seite oder die im Gespräch vertieften Hirten – seinen zugewiesenen Platz einnimmt – ideale Landschaften, die durch ihre genaue Planung natürlich erscheinen, oder wie es Goethe einst formulierte, “die höchste Wahrheit, aber keine Spur von Wirklichkeit” zeigen.
Die im Obergeschoss des Städels gezeigte Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Ashmolean Museum in Oxford und läuft bis 6. Mai 2012. Alle Informationen zur Ausstellung auf staedelmuseum.de.















