Gesundheitsvorsorge im Urlaubsland

Nicht nur Impfungen helfen dir, dich vor Krankheiten und Infektionen im Urlaub zu schützen. Du kannst selbst vorbeugen, indem du folgende Maßnahmen auf deiner Reise ergreifst:

Völker und Kulturen in Afrika (augenblick.de)
Völker und Kulturen in Afrika (augenblick.de)

Themenübersicht: Gesundheitsvorsorge im Urlaub

Trinkwasser Hygiene
Malaria vorbeugen
Sonnenbrand vermeiden
Reiseapotheke
Essen und Lebensmittel
Befall von Parasiten vermeiden

Trinkwasser Hygiene

Gesund im Urlaub mit Kindern (Imagesource)
Gesund im Urlaub mit Kindern (Imagesource)

Zu Hause in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Leitungswasser von hoher Qualität. Man kann es bedenkenlos trinken. Im Ausland, und dazu zählen auch Länder der Europäischen Union, kann das anders aussehen. Deshalb trink stets gekauftes Wasser aus der Flasche – egal wo du bist. Sicher ist sicher. Zur Not kannst du auch abgekochtes Wasser (fünf Minuten gekocht) zum Trinken nehmen.

Besonders kritisch ist die Trinkwasserqualität in Ländern Südamerikas, Afrikas, Asiens und Südostasiens. Hier sollte man auch zum Zähneputzen lieber nur Wasser aus der Flasche nehmen oder das Wasser vor der Benutzung abkochen.

Malaria vorbeugen

Strandidylle im Norden Sansibars (Xenia Richters)
Strandidylle im Norden Sansibars (Xenia Richters)

In tropischen Regionen der Erde ist die Malaria Gefahr sehr hoch. Eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe schützt nicht sicher vor der Malaria. Übertragen wird Malaria durch Moskitos. Der beste Schutz gegen Malaria ist also immer der Schutz vor Moskitos. Diese Maßnahmen schützen am besten vor Moskitostichen:

Lange Kleidung tragen: Auch wenn es warm ist, solltest du in tropischen Regionen lange Kleidung tragen. Zu dünn sollte diese auch nicht sein, denn sonst können Moskitos durchstechen. Man kann dünnere Kleidung auch mit speziellem Schutzmittel einsprühen, damit Moskitos fern gehalten werden.

Schlafen unter Moskitonetz: Eine weitere, sehr wichtige Maßnahme ist das Schlafen unter einem Moskito Netz. Auch wenn man in Zelten schläft, sollten diese von einem Netz im Inneren geschützt sein.

Lotionen, Cremes und Sprays gegen Mücken verwenden: Für nicht durch Kleidung geschützte Körperpartien solltest du Mückenspray, -lotion oder Cremes dabei haben. Informier dich vorab, wie viel Zeit das Schutzmittel braucht, bis es Wirkung zeigt. Die Schutzmittel sollten N-Diethyl-m-Toluamid (DEET) oder Dimethylophthalat enthalten um Mücken und Moskitos effektiv abzuwehren.

Kerzen, Sprays oder Mückenfänger in Räumen verwenden: Duftkerzen, Raumsprays oder Klebebänder gegen Mücken können Moskitos von bewohnten Räumen fern halten. Als ergänzenden Schutz sollte man diese Mittel mit ätherischen Öle oder Giften (gegen Mücken) in gefährdeten Regionen verwenden.

Bei Dämmerung zurückziehen: In der Dämmerung sollte man sich in Malaria gefährdeten Regionen in geschlossene Räume zurückziehen und vor allem stehende Gewässer, Sümpfe aber auch Brunnen, Wassertonnen oder andere, feuchte Regionen meiden.

Während der Regenzeit sollte man Malaria gefährdete Gebiete möglichst nicht bereisen.
Als Sofort-Notfallhilfe verschreibt der Arzt einem vor einer Reise in ein Malaria gefährdetes Gebiet ein Medikament, welches man bei Auftreten von Fieber oder anderen Symptomen von Malaria sofort verwenden muss.

Sonnenbrand vermeiden

Gesundheit im Urlaub (Imagesource)
Gesundheit im Urlaub (Imagesource)

Immer noch wird ein Sonnenbrand von vielen Reisenden auf die leichte Schulter genommen. Doch nicht nur, dass er unangenehm im Urlaub stört. Sonnenbrand ist auch gefährlich, denn er fördert Hautkrebs.

Um dem Sonnenbrand vorzubeugen, solltest du stets ausreichend Sonnenschutzmittel mitnehmen und dich mehrmals täglich eincremen (das erste Mal etwa 20 Minuten vor dem Sonnenbaden).

Besonders bei Reisen in tropische oder subtropische Regionen und Urlaub an der Küste, solltest du Acht geben, Hier täuscht man sich leicht, was die Kraft der UV-Strahlung angeht. Hier eine Übersicht, wie lang man ohne und mit Sonnenschutz in die Sonne darf.

  • Babys bis zu einem Jahr sollten der Sonne gar nicht direkt ausgesetzt werden
  • Kleinkinder und Kinder bis 12 Jahren dürfen maximal zehn Minuten ungeschützt in die pralle Sonne. Sonst gilt für sie: Stets eincremen (jede Stunde), mindestens mit Sonnenschutzfaktor 30. Vor allem nach dem Baden muss der Sonnenschutz aufgefrischt werden.
  • Sehr hellhäutige Menschen (helle Haut, blondes, rotes oder rotblondes Haar) dürfen maximal zehn Minuten ohne Sonnenschutz in die Sonne. Sie greifen ebenfalls zu Sonnenschutzfaktor bzw. Lichtschutzfaktor (FSF) 30 oder mehr und das etwa alle zwei Stunden und nach dem Baden.
  • Normal hellhäutige Menschen (helle Haut, blondes bis dunkelbraunes Haar) dürfen maximal 20 Minuten ohne Sonnenschutz in die Sonne. Sie greifen zu Sonnenschutzfaktor 20 (nach Erreichen einer leichten Bräune reicht auch LSF 15 oder 10) und das etwa alle zwei bis drei Stunden und nach dem Baden.
  • Oliv- bis dunkelhäutige Menschen (oliv- bis leicht gebräunte Haut, braunes bis schwarzes, dichtes Haar, südländischer Typ) dürfen etwa 30 Minuten ohne Sonnenschutz in die Sonne. Sie greifen zu Sonnenschutzfaktor 10 (nach Erreichen der Bräune reicht auch LSF 5-8) und das etwa alle drei bis vier Stunden und nach dem Baden.

Der Lichtschutzfaktor (LSF) verlängert die Eigenschutzzeit der Haut. Lichtschutzfaktor 5 beispielsweise, verlängert bei einem sehr hellhäutigen Menschen den Schutz von 10 Minuten (ohne LSF) auf 50 Minuten mit LSF 5. Dies sind jedoch nur grobe Richtwerte. Nach dem Baden oder wenn man stärker schwitzt, schwindet der Sonnenschutz, so dass man sich öfter eincremen muss. Um sicher zu gehen, sollte man lieber einen höheren Lichtschutzfaktor nehmen. Braun wird man trotzdem!

Reiseapotheke

Gerade für Backpacker und Reisende in Länder mit mangelhafter Gesundheitsversorgung, bzw. kaum medizinischer Versorgung auf dem Reiseweg, ist eine Reiseapotheke nützlich und wichtig. Welche Medikamente in die Reiseapotheke gehören, zeigt dir unsere Übersicht: Die Reiseapotheke: Erste Hilfe für Unterwegs.

Essen und Lebensmittel

Essen und Lebensmittel (PR/abacho.de)
Essen und Lebensmittel (PR/abacho.de)

Folgende Backpacker Regel ist auf Reisen in ferne Länder sehr praktisch: „Boil it, peel it or forget it!“ Es heißt soviel wie: Koch es, schäl es oder vergiss es! Gerade in Ländern Südostasiens und Asiens ist diese Regel Gold wert, denn dort sind die hygienischen Bedingungen bei der Essenszubereitung teilweise gesundheitsgefährdend.

In Garküchen oder auf einheimischen Märkten solltest du beim Probieren von Gerichten und Snacks vorsichtig sein. Rohes Fleisch oder bereits fertige Obstsalate, Milchspeisen und Fisch sind besonders gefährlich, denn hier reichen bereits wenige, vernachlässigte „Hygiene-Regeln“ aus, um großen Schaden anzurichten: Durchfall, Erbrechen oder eine Salmonellen Vergiftung können die Folge sein.

Natürlich will man in fremden Ländern auch mal fremde Speisen probieren. Fast überall bedenkenlos sind Gerichte mit durchgebratenem Fleisch oder Gemüse. Auch kannst du beim Zubereiten in Garküchen zuschauen und entscheiden: Wie wurden die Lebensmittel vor der Zubereitung gelagert? Werden sie ausreichend durch gegart bzw. gekocht? Hat die Person, die sie zubereitet, saubere Hände? Läuft der Verkauf gut? Wenn du diese Fragen alle mit „Ja“ beantworten kannst und die Zutaten stimmen, dann darfst du natürlich auch mal probieren. Zur Not: Reiseapotheke.

Befall von Parasiten vermeiden

Gesunden, glücklichen Urlaub (Imagesource)
Gesunden, glücklichen Urlaub (Imagesource)

Dass man von Klippen nicht in unbekannte Gewässer springt, wissen die meisten Menschen bereits, denn man könnte sich dabei alle Knochen brechen. Dass man aber in vielen Gewässern nicht barfuß oder nackt baden sollte, vergessen einige immer wieder. Gerade in tropischen Gewässern kann das Barfuß laufen tödlich enden, denn hier leben häufig giftige Wassertiere, die zur Abwehr zustechen, wenn man darauf tritt.

Auch leben, vor allem in tropischen Seen (Süßwasser), Parasiten, die durch den Harnweg oder After in den Körper gelangen und sich dort unappetitlich vermehren (z.B. Bilharziose). Die Parasiten sind zwar meist ungefährlich und nutzen den Menschen nur als Wirt, können aber trotzdem (über längere Zeit) Schäden an der Leber anrichten. Bei ersten Anzeichen (Blut in Urin und/oder Stuhl) sollte man den Arzt aufsuchen.

Das Barfuß laufen am Strand oder anderswo sollte man nur in abgesperrten Bereichen machen (Poolanlage, Strandabschnitt). In allen Ländern kann es zu einem Hautmaulwurf-Befall kommen, wenn man ungeachtet in Tierfäkalien tritt. Diese dadurch übertragenen Parasiten (Hakenwurm-Larven) schaden dem Menschen nicht, sind aber äußerst unangenehm.

Am besten schützt man sich, indem man:

  • nur an gesäuberten, frei gegebenen und bewachten Strandabschnitten oder in Poolanlagen badet,
  • nie Barfuß ins Wasser geht oder Barfuß durch Straßen an verschmutzten Stränden, etc. entlang läuft und
  • stets Badebekleidung trägt (denn Parasiten finden ihren Weg oft über den Harnleiter).

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